Menschenfreundlichkeit

Wir erleben, wie (…) Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit das öffentliche Leben…

– Frank-Walter Steinmeier
    (Bundespräsident am 13.2.2020)

Zwei Anmerkungen:

1. Sind „Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit“ zweierlei?
2. Im Wort „Fremdenfeindlichkeit“ steckt das Wort „Fremde“.

Das bedeutet: Wer immer den Begriff „Fremdenfeindlichkeit“ verwendet, glaubt an Fremdheit oder sieht selber ebenfalls… Fremde.

Denn: Es ist doch schnurz, zu welchem Glauben sich ein Mensch bekennt, welche Hautfarbe er in diese Inkarnation mitgebracht hat oder in welche Nation er oder seine Mutter hineingeboren wurde: Mensch ist Mensch.

Also verhalten wir uns (oder denken) entweder menschenfreundlich – oder wir denken Menschen-unfreundlich bis -feindlich.

Denn fremd (Gäste)
sind wir hier ALLE.

Freundlichkeit

Es wird der Tag kommen, an dem Kinder Meditations-Klassen besuchen werden, wo sie Achtsamkeit und Freundlichkeit trainieren, so wie heute Sport unterrichtet wird.

– Prof. Richard Davidson

An dem Tag, an dem das Meditieren an Schulen genau so selbstverständlich sein wird, wie es derzeit der Sport ist, wird das, was wir heute „Schule“ nennen, einen anderen Klang haben, wird schon das Gebäude eine andere Form haben.

Bestimmte Fertigkeiten wird man trainieren wollen, aber die Freundlichkeit wird einfach nur entdeckt und frei ausgedrückt werden.

Freundlichkeit sollte nicht trainiert werden.

Schon heute wird Freundlichkeit trainiert. Doch dieses Training bedeutet in den meisten Fällen das Angewöhnen einer gewissen Form von Falschheit: Freundlichkeit im Rahmen von Etikette, von Mittel zum Zweck.

Echte Freundlichkeit geschieht von ganz allein, sobald die Achtung vor dem Anderen, die Achtung auch vor dem anders Aussehenden, die vor dem anders Denkenden und die Achtung vor dem anders Fühlenden etwas weiter entwickelt und… keine Angst vorhanden ist.

Echte Freundlichkeit
geschieht absichtslos
und ist noch zwecklos.

  • Absichtslos: Wir nehmen uns nicht vor, freundlich zu sein, sondern wir sind es einfach.
  • Zwecklos: Wir verfolgen keinen Zweck mittels Freundlichkeit.

Solange wir mehr an Gegnerschaft glauben, als wir Geschwisterlichkeit erkennen, wird die Freundlichkeit weiterhin nur in engen Zirkeln gepflegt werden.

Und ja, die Achtsamkeit können wir ein wenig trainieren, indem wir erhöhte Aufmerksamkeit in alles bringen, was wir tun, sehen, hören, denken und fühlen. Eine – die Aufmerksamkeit unterstützende – Methode ist die Verlangsamung.

Wo keine Angst ist, zeigt sich Freundlichkeit
als natürlicher und… entspannter Ausdruck.

Lehrer  📌

Intelligenz

Wenn die Gesellschaft so fortfährt, wird in zweitausend Jahren nichts mehr sein, kein Grashalm, kein Baum; sie wird die Natur aufgefressen haben.

– Gustave Flaubert

Wie ich hörte, bräuchten wir bereits heute vier (!) Planeten Erde, wenn jeder Mensch auf diesem Globus so gut leben wollte… wie ich oder wie du.

Ich stelle mir ein intelligentes Europa vor,

das nicht die Mittelmehr-Küste entlang eine riesige Mauer chinesischen Vorbilds baut (von innen verspiegelt, damit wir uns selber gut sehen können – und nicht das Elend auf der anderen Seite), sondern ein Europa, das realisiert, daß wir  a l l e  Geschwister der selben (Erden-)Familie sind und uns auch außerhalb unseres Wohlstands-Nestes, auf der Basis einer freundlichen Selbstverständlichkeit entsprechend zu engagieren haben.

Nicht widerwillig; aber auch nicht mit dem Gestus der Generosität, der Überlegenheit, sondern auf Augenhöhe: In der Erwartung einer langfristigen Win-win-Partnerschaft.

So könnte Europa, statt nur „großzügige Spenden“ in die riesigen Flüchtlingslager in Jordanien und anderswo zu geben, zumindest mittelfristig kleine oder mittelgroße Städte bauen. Nach dem Vorbild von Ägypten zum Beispiel, wo gerade eine neue Hauptstadt incl. Flughafen Gestalt annimmt.

Allein in Indien werden derzeit 100 neue Städte mit allen modernen Standards gebaut. Wir können das und vieles andere auch ganz gut.

Das Häuser- und Straßenbauen ist ein Beispiel und stellt nur  e i n e  Möglichkeit von hunderten dar, wie wir uns sinnvoll einbringen können.

Den folgenden Satz des Michail Bakunin formuliere ich – auf das Hier und Heute angepaßt – mal etwas um:

Gustave Flaubert, Balance, Freundlichkeit, Gemeinwohl, Intelligenz, Nirmalo,

Warum nicht mit dazu beitragen, daß mehr Menschen… wieder gut leben können? 

PS: Wenn Gustave Flaubert mit seiner düsteren Vision Recht behält,
dann hat es leider nicht geklappt… (das mit der Intelligenz)

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Freundschaft

„Freundschaft, das ist eine Seele in zwei Körpern.“
…meint Aristoteles.

Freundschaft ist (wie auch „Beziehung“) ein Ideen-Gespinst, in dem Erwartung eine große Rolle spielt.

Der Freundschaftsbegriff
ist eine überflüssige Idee.

Er ist der Versuch von Einzäunung eines Phänomens des Gleichklangs. Warum etwas Schönes einengen wollen? Warum nicht die Freiheit genießen?

In einem etwas höheren Reife-Stadium fallen einige althergebrachte Begriffe einfach ab. Sie werden nicht mehr gebraucht. Freundschaft & Feindschaft gehören dazu.

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