Medien

Ein guter Journalist braucht viel Charakter und wenig Tinte.

― Von Unbekannt

Bloß kann sich dieser „gute Journalist“ damit derzeit nicht über Wasser halten.

Unter Medien sind hier sämtliche Informationskanäle gemeint:

  • Druckerzeugnisse
  • Fernseh-Sender
  • Digitale Kanäle

Im Prinzip (!) sind die Medien die vierte unabhängige Macht im Land:

  1. Legislative
  2. Judikative
  3. Exekutive
  4. Publikative

Während Legislative, Judikative und Exekutive streng in ihrer jeweiligen Struktur eingebunden sind, kennt die Publikative kaum Einschränkungen. Das birgt die Gefahr von Mißbrauch. Einige Macken des mir bekannten Journalismus:

  1. Anpassung an das kollektive Unbewußte der Rezipienten. Daraus folgend:
  2. Übermäßige Beschäftigung mit Personen und deren Äußerungen. Daraus folgend:
  3. Mangelnde Auseinandersetzung mit den jeweils relevanten Themen.
  4. Unklare Trennung von Nachricht und Meinungsmache.

Der durchschnittlich arbeitende Journalist:
Eine Schreibmaschine, die täglich in der Lage ist, einsätzige Informationen und Schlußfolgerungen buchstabengewaltig zu Artikeln aufzublähen, ohne damit die Essenz oder den Informationsgehalt zu vergrößern.

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Ein Reporter ist ein Schreiber, der den Weg zur Wahrheit errät und ihn mit einem Wolkenbruch von Worten verschüttet.

― Ambrose Bierce

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Freiheit der Medien

  1. Zensur ist nicht erlaubt.
  2. Freiheit & Verantwortung sind zwei Seiten der selben Medaille.

Die Medien sind frei… unter dem Vorbehalt des Zieles: Das Wohl der Gemeinschaft und des Einzelnen. Im Ausnahmefall bestimmen die Gesetze des Landes Deutschland die Grenzen ihrer Freiheit.

  • Kontrolliert  liegt den Medien die Möglichkeit der Aufklärung in den Händen.
  • Unkontrolliert  halten sie potenziell die Macht der Manipulation in den Händen.

Zwecks Verhinderung von Suggestion und Manipulation braucht es einen Kontrollrat.

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Investigation

Eine der Hauptaufgaben des seriösen Journalismus ist die InvestigationUnd ein wichtiger Aspekt der investigativen Journalistik ist die beinahe kriminalistische Methode:

  • Nichts wird von vornherein ausgeschlossen.
  • Niemand wird per se ausgeschlossen.

Und zwar ganz unabhängig davon, wie abstrus, wie unmöglich, wie unwahrscheinlich und wie abwegig eine Theorie oder ein Verdacht auch sein mag:

Der forschende Geist muß für  A L L E
Eventualitäten offengehalten werden!

Also muß die Ermittlung zunächst, möglicherweise sogar auf längere Zeit, „nach allen Seiten offen“ geführt werden. Erst wenn sich die Verdachtsmomente und Indizien verdichten, darf die Aufmerksamkeit verengt und auf ein „abgegrenztes Feld“ konzentriert werden, denn:

Eine zu frühe Festlegung schließt die wirklichkeitsnahe Analyse der Zusammenhänge aus.

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Aufgaben & Grenzen der Medien

Eine der wichtigsten Aufgaben des Kontrollrates des Ministeriums ist es, dafür zu sorgen, daß die ersten 7 Punkte der folgenden Aufgabenliste zu einem noch zu bestimmenden Prozentsatz erfüllt werden:

  1. Unterstützung und Förderung von Transparenz
  2. Unterstützung & Förderung von Aufklärung
  3. Unterstützung von konstruktiver Kritik
  4. Konstruktive Gesprächskreise
  5. Berichterstattung
  6. Dokumentationen
  7. Bildung (im besten Sinne)
  8. Unterhaltung…
  9. Interaktive Spielformen
  10. Spielfilme
  11. Shows
  12. usw.

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Aufgaben im lokalen Bereich

  • Die Aufdeckung möglicher Mißstände in Öffentlichkeit-relevanten Bereichen.
  • Die Berichterstattung über die Beendigung der aufgedeckten Mißstände.
  • Unterhaltung mit (im umfassenden Sinn) „bildenden“ Elementen.
  • Lokale Berichterstattung allgemeinen Interesses.

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Erforderliche Richtlinien

1.) Kein Bericht, kein werthaltiger Satz, kein Film, kein Videoclip, kein Bild darf öfter als 4x am Tag gesendet werden.

2. Bilder und Video-Ausschnitte müssen, sobald sie ein zweites Mal gezeigt werden, mit blinkendem „Zeit-Stempel“ versehen sein.

3.) Journalistische Bewertungen von Äußerungen, Berichten und Situationen müssen als persönliche Meinung erkennbar sein.

4.) Bewertung durch nebulöse Berufung auf Andere, zum Beispiel: „nach Experten-Meinung…“, oder „anderslautende Berichte sagen…“, oder „aus Regierungskreisen verlautet…“, sollte nicht erlaubt sein.

  • Mutmaßungen
  • Spekulationen
  • Meinungen
  • Gerüchte

…dürfen im Nachrichten- und Dokumentar-Bereich nur zu einem geringen Prozentsatz enthalten sein und müssen als solche deutlich erkennbar sein, denn:

Für Gerüchte und Mutmaßungen braucht es keinen seriösen Journalismus.

Die (Personen-)Quellen von: Äußerungen, Berichten und Bewertungen Anderer müssen genannt werden oder offen liegen.

5.) Ausnahmslos alle gesendeten Medien-Inhalte müssen per
     Internet permanent und kostenfrei zur Verfügung stehen.

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Absichten der Medien

(status quo)

Auch, wenn wir es so gerne ganz anders sehen möchten und obwohl es manchmal scheinbar so aussieht:

Im Ganzen gesehen haben die Medien derzeit gar nicht die Absicht, uns umfassend zu informieren und über wichtige, Gesellschafts-relevante Tatsachen und Vorgänge „aufzuklären“:

Eine tragende Säule ihrer Marketing-Strategie ist das Bedienen unserer Neugierde und Sensationslüsternheit.

Erreichen sie das, sind sie bereits zufrieden. Sie wollen die hohe Auflage im Print-Bereich und wecken – besonders in den digitalen Werbe-Netzwerken wie Facebook – das Bedürfnis nach frei-williger Weiter-Verbreitung ihrer Artikel.

Ihre Bemühungen gehen also immer nur so weit, wie es unbedingt erforderlich ist, um dieses Ziel, ihr Ziel zu erreichen, nämlich… unser Interesse zu wecken.

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Wahrheit …in den Medien

Die Aufgabe der Journalisten ist es, die Wahrheit zu
zerstören, gerade heraus zu lügen, zu verdrehen, zu
verunglimpfen, vor den Füßen des Mammons zu kuschen
und sein Land und seine Rasse um sein tägliches Brot zu
verkaufen. Sie wissen es und ich weiß es.

― John Swinton
(Ehemaliger Redaktions-Chef der New York Times).

Derzeit ist es bei uns so gut wie ausgeschlossen, daß dem Journalisten versehentlich etwas aus der Feder fließt, welches der „Wahrheit“ nahe kommen könnte, oder daß er an ihr auch nur interessiert sein könnte.

Das Gesagte kann jeder ganz leicht selber herausfinden, indem man sich beispielsweise auf Phönix eine Life-Veranstaltung ansieht und diese anschließend mit dem „Nachrichten“-Brei vergleicht.

Nur selten kann man in den Nachrichten und Magazinen das Abbild des realen Geschehens wiederfinden.

Das liegt einerseits daran, daß die Medienleute allen Ernstes glauben, sie müßten uns die Realität „aufbereiten“ und anderseits an Horizont und Reife der Journalisten.

Sie gehen davon aus, daß die Bevölkerung zu dumm ist, das Original zu verdauen und zu vertragen, also müssen sie es uns vorkauen – meinen sie. Erst, nachdem etwas ihre Bewertungs-Organe passiert hat, setzen sie es uns vor.

Und da sie hauptsächlich für genau diese Tätigkeit bezahlt werden – was auf primitive Weise einer Rechtfertigung gleichkommt – werden sie den „Glauben an die Nicht-Intelligenz des Bürgers“ nicht freiwillig aufgeben.

Aus diesem Grund ist es notwendig, daß schnellstmöglich mehr Sendeplatz installiert wird, damit jedem interessierten Bürger das jeweilige Original in ganzer Länge und Breite offeriert werden kann.

Sollte ein Journalist aber – wider aller Erwartungen – doch mal etwas schreiben, das der Wahrheit nahekommt,
   • ist es eher zufällig,
   • deckt es sich gerade mit dem Leser- und VerlegerInteresse,
   • oder er hat sich – warum auch immer – von seiner Karriere verabschiedet.

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Manipulation

Der Begriff „Manipulation“ ist zunächst wertfrei, kommt aus dem Lateinischen und bedeutet einfach nur Handhabung. Entscheidend ist die Intention, die einer Handhabung zugrunde liegt.

Nichts auf dieser Welt geht ohne Manipulation!

Beispiel Fotografie: Schon wenn jemand aus hunderten von Möglichkeiten ein einzelnes Motiv auswählt, manipuliert er. Wählt er den Ausschnitt, manipuliert er, wählt er Größe, Helligkeit, Farbe, usw., manipuliert er.

Was immer jemand mitteilt, was er veröffentlicht, was er sagt oder nicht sagt, die Wahl der Worte, all das und noch vieles mehr… ist Ergebnis einer Entscheidung zur Auswahl (unterlag mehreren Formen der Handhabung) und ist damit… genau genommen: Manipulation.

Keine Kommunikation, keine Interaktion – ohne Manipulation.

Was immer wir – egal in welcher
Zeitung – lesen ist Manipulation.

Allein dadurch, daß der Journalist eine Auswahl treffen muß, manipuliert er. Sofern er seine Bewertung der Dinge – bewußt oder nicht – einfließen läßt, manipuliert er.

Jede Nachrichtensendung ist allein dadurch (also ohne jede böse Absicht) „manipuliert“, weil die Redakteure aus der riesigen Menge an möglichen Nachrichten, nur einige wenige auswählten.

Manipulation geschieht – es
kommt auf die Intention an.

Der derzeit übliche Gebrauch des Begriffs Manipulation bezieht sich auf die mißbrauchte Versionen von Handhabung. Daher hat die Manipulation – die Veränderung von etwas – ihren schlechten Ruf.

Manipulation = ist Mißbrauch, sofern jemand absichtlich (!) im Denken oder Handeln eines anderen Menschen Veränderungen vornehmen oder herbeiführen will, ohne daß dieser die Absicht bemerkt.

Siehe auch:  Propaganda & Co  +  Innere Pressefreiheit  +  Vernetzende Medien

Innere Presse-Freiheit

Pressefreiheit
ist eine prima Idee…,
aber fern heutiger Realität. 

Zunächst müssen wir die äußere von der inneren „Freiheit“ der Presse unterscheiden.

Äußere Pressefreiheit: „Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung nach Artikel 5 GG sind gewährleistet.“

In diesem Beitrag wird die  i n n e r e  Pressefreiheit thematisiert.

Die Medien stehen – gewollt oder nicht – im Dienst der Unbewußtheit; sie sind „in tune“ mit der unbewußten Masse.

Der Journalist, wie wir ihn heute kennen, ist in seiner Arbeit nicht frei! Denn sein Arbeitgeber ist im weiteren Sinne entweder Kopf oder Teil eines „Gewinn beabsichtigenden Wirtschaftsunternehmens“.

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Bei den wenigsten Gefängnissen sieht man die Gitter.

~ Oliver Hassencamp

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Die Fesseln des Journalisten

Will ein Journalist sein Haus und sein Auto halten, muß er, was immer er schreibt…,

  • der Auflage des Blattes,
  • der Tendenz des Blattes,
  • der Bestätigung des Lesers – insbesondere des Abonnenten,
  • seinen „Quellen“,
  • den Protagonisten seiner Berichte,
  • dem Verleger,
  • dem Chefredakteur und nicht zuletzt
  • den Erwartungen der Werbekunden gerecht werden.

  Zudem ist er auch noch Sklave…

  • seiner unbewußten Werte-Skala,
  • seiner bewußten Werte-Skala,
  • seiner Konditionierung,
  • der Erwartungen seiner Familie,
  • seines Images,
  • des Bildes, das er von sich selbst hat und
  • der Zeitspanne, die er für seine Arbeit zur Verfügung hat.

Im Wissen all dieser erdrückenden Zwänge: Wer erwartet von der journalistischen Arbeit noch etwas von Wert, etwas dem Gemeinwohl Dienliches? 

Beispiel: 

◾ Das Krokodil schnappt den Happen und verleibt ihn sich ein. 
◾ Der Journalist hat (prinzipiell) noch ein paar weitere Möglichkeiten: Ihm steht zumeist eine etwas höhere Intelligenz zur Verfügung. Also muß er den Happen nicht sofort (!) bearbeiten. Er kann innehalten, kann recherchieren, kann seine Intelligenz einbringen – bevor er den Happen aufnimmt. Er kann sich fragen: 

  • Was soll ich
  • von wem 
  • mit welcher Absicht in die Öffentlichkeit transportieren?
  • Warum wird mir in exakt
  • diesem Moment genau
  • dieser Happen angeboten? 

Das Ganze setzt natürlich voraus, daß er sich vom Zeit-Stress und den Erwartungen Anderer emanzipieren kann, daß er „autonom“ denken und entscheiden kann.

Wichtige journalistische Elemente:

  • Seriöse Recherche
  • Autonomes Denken
  • Eigenes Formulieren

Dergleichen scheint aber eher unbekannt zu sein. Zum Beispiel ist leicht zu beobachten, daß zumindest die Internet-Zeitungen eine von der anderen abschreibt, bzw. ganze Passagen 1:1 kopiert werden.

Die Masse der Käufer/Abonnenten und die Masse der Klicks bestimmen den Umsatz. Der enge Blick auf den Gewinn und der enge Zeitrahmen biegen die Qualität des Inhalts.

Reife und Engagement des Journalisten noch gar nicht berücksichtigt.

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Kann der Journalist aufklärend schreiben?

  1. Wachheit. Die erste, die Grund-Voraussetzung dafür, daß ein Journalist aufklärend und auch sonst dem Gemeinwohl dienlich arbeitet ist, daß er einen wachen und offenen Geist mitbringt.
  2. Intention. Die zweite Voraussetzung: Er hat die ehrliche Absicht, aufklärend schreiben zu wollen.
  3. Lohn. Die dritte Voraussetzung wäre, daß seine Entlohnung von unabhängiger Stelle erfolgt – z.B. ähnlich der, der Abgeordneten.
  4. Lauterkeit. Die vierte Voraussetzung: Der Journalismus bricht mit den Abhängigkeiten und gibt sich selbst eine Moral, an die er sich – ähnlich des Eides des Hippokrates – freiwillig gebunden sieht. 

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Medien & Reife

Was nicht unbedingt so sein müßte, aber derzeit – weil monetär motiviert – so ist:

Die Medien zeigen sich zu 85% mit der Reife eines Pawlow´schen Hundes: Sie reagieren reflexartig auf die ihnen zugeworfenen Sensations- und „Nachrichten“-Happen und lassen Intelligenz und Pflicht zu aufklärenden Maßnahmen außer Acht.

Wahrheit ist ihnen weniger ein Begriff, denn „die herrschende Meinung“. Zuschauer-Quote und Leser-Quote sind die Elle, an der der Journalist seinen Job mißt.

◾ Entweder gibt es verantwortlich gestaltete Berichterstattung
◾ oder es gibt unbewußt (manchmal auch bewußt) Interessen-gelenkte (-gebogene) „Fakten“.

An diese Art von gelenktem Journalismus haben wir uns so weit gewöhnt, daß wir nur selten das vage Gefühl haben…, daß es lieber etwas anders laufen sollte.

Derzeit muß man sagen:

Es gibt keine…
Pressefreiheit.

Alles, was hier für die Print-Medien gilt, gilt selbstverständlich auch für die digitalen Medien.

Der Journalismus ist ein Terminhandel, bei dem das Getreide auch in der Idee nicht vorhanden ist, aber effektives Stroh gedroschen wird.

– Karl Kraus

Ein Journalist kann in seinem Tun ein Segen für die Gesellschaft sein, wenn er bewußt ist und sich bezüglich seiner Tätigkeit niemandem und keiner Ebene verantwortlich fühlt, denn der höchsten, nämlich seiner Intelligenz (im besten Sinne gemeint).

Andernfalls – und das ist der status quo – bedient er die niederen Instinkte der Leser und Zuschauer und die Erwartungen des Verlegers.

Die Klientel der BILD mag eine etwas andere sein als die der FAZ und obwohl sich der Journalist sprachlich der Rezipienten-Klientel anpaßt: Die journalistische Funktionsweise ist immer die gleiche.

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Für die kommerziellen („sozialen“) Netzwerke gilt noch eine weitere Formel (die von der auflagenstärksten deutschen Tageszeitung bereits seit vielen Jahrzehnten angewendet wird): Je reißerischer und negativer die Botschaft, desto mehr Umsatz. Hier werden eigens dafür, zusätzlich noch Algorithmen zum einzigen Zweck eingesetzt, Gewinn-steigernd das kollektive Unbewußte zu stimulieren.

Haß-Botschaften sind viral funktionierende
Selbstläufer… mit hohem monetärem Wert.

Ergänzend dazu:  Medien  📌   und   Vernetzende Medien  📌