Medien

Ein guter Journalist braucht viel Charakter und wenig Tinte.

― Von Unbekannt

Bloß kann sich dieser „gute Journalist“ damit derzeit nicht über Wasser halten.

Unter Medien sind hier sämtliche Informationskanäle gemeint:

  • Druckerzeugnisse
  • Fernseh-Sender
  • Digitale Kanäle

Im Prinzip (!) sind die Medien die vierte unabhängige Macht im Land:

  1. Legislative
  2. Judikative
  3. Exekutive
  4. Publikative

Während Legislative, Judikative und Exekutive streng in ihrer jeweiligen Struktur eingebunden sind, kennt die Publikative kaum Einschränkungen. Das birgt die Gefahr von Mißbrauch. Einige Macken des mir bekannten Journalismus:

  1. Anpassung an das kollektive Unbewußte der Rezipienten. Daraus folgend:
  2. Übermäßige Beschäftigung mit Personen und deren Äußerungen. Daraus folgend:
  3. Mangelnde Auseinandersetzung mit den jeweils relevanten Themen.
  4. Unklare Trennung von Nachricht und Meinungsmache.

Der durchschnittlich arbeitende Journalist:
Eine Schreibmaschine, die täglich in der Lage ist, einsätzige Informationen und Schlußfolgerungen buchstabengewaltig zu Artikeln aufzublähen, ohne damit die Essenz oder den Informationsgehalt zu vergrößern.

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Ein Reporter ist ein Schreiber, der den Weg zur Wahrheit errät und ihn mit einem Wolkenbruch von Worten verschüttet.

― Ambrose Bierce

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Freiheit der Medien

  1. Zensur ist nicht erlaubt.
  2. Freiheit & Verantwortung sind zwei Seiten der selben Münze.

Die Medien sind frei… unter dem Vorbehalt des Zieles: Das Wohl der Gemeinschaft und des Einzelnen. Im Ausnahmefall bestimmen die Gesetze des Landes Deutschland die Grenzen ihrer Freiheit.

  • Kontrolliert  liegt den Medien die Möglichkeit der Aufklärung in den Händen.
  • Unkontrolliert  halten sie potenziell die Macht der Manipulation in den Händen.

Zwecks Verhinderung von Suggestion und Manipulation braucht es einen Kontrollrat.

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Investigation

Eine der Hauptaufgaben des seriösen Journalismus ist die InvestigationUnd ein wichtiger Aspekt der investigativen Journalistik ist die beinahe kriminalistische Methode:

  • Nichts wird von vornherein ausgeschlossen.
  • Niemand wird per se ausgeschlossen.

Und zwar ganz unabhängig davon, wie abstrus, wie unmöglich, wie unwahrscheinlich und wie abwegig eine Theorie oder ein Verdacht auch sein mag:

Der forschende Geist muß für  A L L E
Eventualitäten offen gehalten werden!

Also muß die Ermittlung zunächst, möglicherweise sogar auf längere Zeit, „nach allen Seiten offen“ geführt werden. Erst wenn sich die Verdachtsmomente und Indizien verdichten, darf die Aufmerksamkeit verengt und auf ein „abgegrenztes Feld“ konzentriert werden, denn:

Eine zu frühe Festlegung schließt die wirklichkeitsnahe Analyse der Zusammenhänge aus.

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Aufgaben & Grenzen der Medien

Eine der wichtigsten Aufgaben des Kontrollrates des Ministeriums ist es, dafür zu sorgen, daß die ersten 7 Punkte der folgenden Aufgabenliste zu einem noch zu bestimmenden Prozentsatz erfüllt werden:

  1. Unterstützung und Förderung von Transparenz
  2. Unterstützung & Förderung von Aufklärung
  3. Unterstützung von konstruktiver Kritik
  4. Konstruktive Gesprächskreise
  5. Berichterstattung
  6. Dokumentationen
  7. Bildung (im besten Sinne)
  8. Unterhaltung…
  9. Interaktive Spielformen
  10. Spielfilme
  11. Shows
  12. usw.

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Aufgaben im lokalen Bereich

  • Die Aufdeckung möglicher Mißstände in Öffentlichkeit-relevanten Bereichen.
  • Die Berichterstattung über die Beendigung der aufgedeckten Mißstände.
  • Unterhaltung mit (im umfassenden Sinn) „bildenden“ Elementen.
  • Lokale Berichterstattung allgemeinen Interesses.

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Erforderliche Richtlinien

1.) Kein Bericht, kein werthaltiger Satz, kein Film, kein Videoclip, kein Bild darf öfter als 4x am Tag gesendet werden.

2. Bilder und Video-Ausschnitte müssen, sobald sie ein zweites Mal gezeigt werden, mit blinkendem „Zeit-Stempel“ versehen sein.

3.) Journalistische Bewertungen von Äußerungen, Berichten und Situationen müssen als persönliche Meinung erkennbar sein.

4.) Bewertung durch nebulöse Berufung auf Andere, zum Beispiel: „nach Experten-Meinung…“, oder „anderslautende Berichte sagen…“, oder „aus Regierungskreisen verlautet…“, sollte nicht erlaubt sein.

  • Mutmaßungen
  • Spekulationen
  • Meinungen
  • Gerüchte

…dürfen im Nachrichten- und Dokumentar-Bereich nur zu einem geringen Prozentsatz enthalten sein und müssen als solche deutlich erkennbar sein, denn: Für Gerüchte und Mutmaßungen braucht es keinen seriösen Journalismus.

Die (Personen-)Quellen von: Äußerungen, Berichten und Bewertungen Anderer müssen genannt werden oder offen liegen.

5.) Ausnahmslos alle gesendeten Medien-Inhalte müssen per
     Internet permanent und kostenfrei zur Verfügung stehen.

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Absichten der Medien

(status quo)

Auch, wenn wir es so gerne ganz anders sehen möchten und obwohl es manchmal scheinbar so aussieht:

Im Ganzen gesehen haben die Medien derzeit gar nicht die Absicht, uns umfassend zu informieren und über wichtige, Gesellschafts-relevante Tatsachen und Vorgänge „aufzuklären“:

Eine tragende Säule ihrer Marketing-Strategie ist das Bedienen unserer Neugierde und Sensationslüsternheit.

Erreichen sie das, sind sie bereits zufrieden. Sie wollen die hohe Auflage im Print-Bereich und wecken – besonders in den digitalen Werbe-Netzwerken wie Facebook – das Bedürfnis nach frei-williger Weiter-Verbreitung ihrer Artikel.

Ihre Bemühungen gehen also immer nur so weit, wie es unbedingt erforderlich ist, um dieses Ziel, ihr Ziel zu erreichen, nämlich… unser Interesse zu wecken.

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Die Aufgabe der Journalisten ist es, die Wahrheit zu
zerstören, gerade heraus zu lügen, zu verdrehen, zu
verunglimpfen, vor den Füßen des Mammons zu kuschen
und sein Land und seine Rasse um sein tägliches Brot zu
verkaufen. Sie wissen es und ich weiß es.

― John Swinton
(Ehemaliger Redaktions-Chef der New York Times)

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Siehe auch:  Innere Pressefreiheit 📌   und   Vernetzende Medien  📌

Original & Zweitwerk

Rauhreif

Wer zu früh Erfolg hat, fängt an, sich selbst zu kopieren.

– Friedensreich Hundertwassser

Original, Kopie, Plagiat oder Zweitwerk: Worin liegt der Unterschied zwischen einem

  • Erst-Gemälde, seiner
  • Kopie aus der Hand des  s e l b e n  Malers und der vermeintlichen
  • Kopie eines  a n d e r e n  Malers?

Was ist mit einem Gedanken oder einer Einsicht, die ich selbst schon einmal hatte? Handelt es sich dann auch um ein Plagiat, wenn ich mich selbst (scheinbar) wiederhole?

Ist „mein“ ausgesprochener und/oder aufgeschriebener Gedanke von heute ein Plagiat, wenn ihn (den selben) gestern jemand anderes an einem anderen Ort auch schon hatte?

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Eigentum / Gemeinwohl

Eigentum ist eine schöne Sache, doch sollten wir definieren, was wir unter „Eigentum“ verstehen und welche Dinge davon ausgeschlossen sind. Dazu bedarf es ergänzend den Begriff Gemeinwohl.

Zweitens müssen wir klarstellen, in welchen Fällen eine Sache für das Gemeinwohl höher zu bewerten ist, denn als Eigentum einer Einzelperson.

Dies sollten die Bürger durch ihren Staat entscheiden. Dabei ist unterstellt, daß die Entscheidenden die dafür nötige Reife (4+) mitbringen und folglich den besonderen Wert des Gemeinwohls erkennen und autonom beraten und entscheiden können.

Der Staat muß die entsprechenden Rahmenbedingungen gestalten und austarieren. Und das so lange, wie sich das Gros der Bürger im Reifegrad nicht auf der „Erwachsenenebene“ (4) befindet. Genauso lange werden wir den Staat als kraftvolles Korrektiv benötigen. Danach können wir ihm freundlich dankend und fröhlich winkend verabschieden, denn:

Je reifer eine Gesellschaft, desto weni-
ger Gesetzes-Struktur ist erforderlich.

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Patentierung von Lebensmitteln?

Eine Patentierung von Lebensmitteln darf es selbstverständlich nicht geben, um eine breite Verarmung auf Grund der Interessen einer Handvoll egoistisch gesteuerter Individuen auszuschließen.

Eine Regierung hat immer das Gemeinwohl (und nicht nur das der „eigenen Landsleute“) im Auge zu halten, was von Individuen mit geringer Reife (1) + (2) nicht immer erwartet werden kann.

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Patent-Recht

Auch alte Patente und Erforschungen sollten unter Praktikabilitäts- und Nützlichkeits-Aspekten (neu) bewertet werden.

Das Patent-Recht muß so gestaltet sein, daß (aus Vorteilsgründen) beabsichtigte oder ungewollte Blockierungen technischer Entwicklung ausgeschlossen sind.

Ideen müssen frei sein!

Nur die Anfertigung, die Herstellung von Waren sollte (vorläufig) mit Geld beWERTet (bezahlt) werden können.

Denn eine Idee ist – monetär gesehen – zunächst noch nichts wert. Erst wenn man absehen kann, daß ihre Umsetzung gefragt sein könnte, bekommt sie einen Wert für denjenigen, der…

  • die Gesellschaft mit dem Produkt bereichern möchte.
  • der sich mittels des Produktes bereichern möchte.
  • der die Umsetzung der Idee verhindern möchte.

Letzterer wird lediglich des eigenen Vorteils wegen versuchen, die Idee aufzukaufen, bloß um sie als „Eigentum“ unter Verschluß zu halten, damit sie nicht in den Warenwert übergehen und der Gemeinschaft dienlich sein kann, ohne daß er davon profitiert.

„Patent“ & „Copyright“ bedeuten in ihrer Konsequenz: Künstliche Verarmung der Gesellschaft wegen vermuteten Vorteils Einzelner. Das sollte nicht möglich sein:

Das Gemeinwohl steht in seinem Wert über dem Eigentum!

Ideen sind kollektives Eigentum der Menschen
und dürfen deshalb…  nicht gehandelt werden.

Anders gesagt:  Ideen sind Geschenke an den Menschen und nicht Eigentum des Übermittlers.

Es soll tatsächlich Leute geben,
die selbst in einem Schlaraffenland
zuallererst eine Kasse aufstellen würden. 😃

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Copyright©

Wie könnte ich irgend einen Text oder auch nur irgend einen Satz von mir mit einem Copyright belegen, wo doch jeder, wirklich JEDER einzelne Mensch spielend zu der selben Einsicht kommen kann?

Mit einem Copyright offenbaren wir die Stufe unserer Geistigen Reife als die eines Kleinkindes (2).

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Der Edle…

  • bewegt sich stets so, daß sein Auftreten zu jeder Zeit als allgemeines Beispiel gelten kann. Er…
  • benimmt sich so, daß sein Verhalten jederzeit als allgemeines Gesetz dienen kann. Und er…
  • spricht so, daß sein Wort zu jeder Zeit als allgemeine Norm gelten kann.

So sagt es über den gereiften Menschen, rein feststellend, der… Konfuzius. 

Immanuel Kant sagt es 2000 Jahre später, verkürzt und im Befehlston an Menschen gerichtet, die noch einer Führung bedürfen, so:

Handle nur nach derjenigen Maxime,
durch die du zugleich wollen kannst,
  daß sie ein allgemeines Gesetz werde.

~ Immanuel Kant ~

Original, schlechte Kopie oder Plagiat?

Innere Presse-Freiheit

Pressefreiheit
ist eine prima Idee…,
aber fern heutiger Realität. 

Zunächst müssen wir die äußere von der inneren „Freiheit“ der Presse unterscheiden.

Äußere Pressefreiheit: „Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung nach Artikel 5 GG sind gewährleistet.“

In diesem Beitrag wird die  i n n e r e  Pressefreiheit thematisiert.

Die Medien stehen – gewollt oder nicht – im Dienst der Unbewußtheit; sie sind „in tune“ mit der unbewußten Masse.

Der Journalist, wie wir ihn heute kennen, ist in seiner Arbeit nicht frei! Denn sein Arbeitgeber ist im weiteren Sinne entweder Kopf oder Teil eines „Gewinn beabsichtigenden Wirtschaftsunternehmens“.

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Bei den wenigsten Gefängnissen sieht man die Gitter.

~ Oliver Hassencamp

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Die Fesseln des Journalisten

Will ein Journalist sein Haus und sein Auto halten, muß er, was immer er schreibt…,

  • der Auflage des Blattes,
  • der Tendenz des Blattes,
  • der Bestätigung des Lesers – insbesondere des Abonnenten,
  • seinen „Quellen“,
  • den Protagonisten seiner Berichte,
  • dem Verleger,
  • dem Chefredakteur und nicht zuletzt
  • den Erwartungen der Werbekunden gerecht werden.

  Zudem ist er auch noch Sklave…

  • seiner unbewußten Werte-Skala,
  • seiner bewußten Werte-Skala,
  • seiner Konditionierung,
  • der Erwartungen seiner Familie,
  • seines Images,
  • des Bildes, das er von sich selbst hat und
  • der Zeitspanne, die er für seine Arbeit zur Verfügung hat.

Im Wissen all dieser erdrückenden Zwänge: Wer erwartet von der journalistischen Arbeit noch etwas von Wert, etwas dem Gemeinwohl Dienliches? 

Beispiel: 

◾ Das Krokodil schnappt den Happen und verleibt ihn sich ein. 
◾ Der Journalist hat (prinzipiell) noch ein paar weitere Möglichkeiten: Ihm steht zumeist eine etwas höhere Intelligenz zur Verfügung. Also muß er den Happen nicht sofort (!) bearbeiten. Er kann innehalten, kann recherchieren, kann seine Intelligenz einbringen – bevor er den Happen aufnimmt. Er kann sich fragen: 

  • Was soll ich
  • von wem 
  • mit welcher Absicht in die Öffentlichkeit transportieren?
  • Warum wird mir in exakt
  • diesem Moment genau
  • dieser Happen angeboten? 

Das Ganze setzt natürlich voraus, daß er sich vom Zeit-Stress und den Erwartungen Anderer emanzipieren kann, daß er „autonom“ denken und entscheiden kann.

Wichtige journalistische Elemente:

  • Seriöse Recherche
  • Autonomes Denken
  • Eigenes Formulieren

Dergleichen scheint aber eher unbekannt zu sein. Zum Beispiel ist leicht zu beobachten, daß zumindest die Internet-Zeitungen eine von der anderen abschreibt, bzw. ganze Passagen 1:1 kopiert werden.

Die Masse der Käufer/Abonnenten und die Masse der Klicks bestimmen den Umsatz. Der enge Blick auf den Gewinn und der enge Zeitrahmen biegen die Qualität des Inhalts.

Reife und Engagement des Journalisten noch gar nicht berücksichtigt.

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Kann der Journalist aufklärend schreiben?

  1. Wachheit. Die erste, die Grund-Voraussetzung dafür, daß ein Journalist aufklärend und auch sonst dem Gemeinwohl dienlich arbeitet ist, daß er einen wachen und offenen Geist mitbringt.
  2. Intention. Die zweite Voraussetzung: Er hat die ehrliche Absicht, aufklärend schreiben zu wollen.
  3. Lohn. Die dritte Voraussetzung wäre, daß seine Entlohnung von unabhängiger Stelle erfolgt – z.B. ähnlich der, der Abgeordneten.
  4. Lauterkeit. Die vierte Voraussetzung: Der Journalismus bricht mit den Abhängigkeiten und gibt sich selbst eine Moral, an die er sich – ähnlich des Eides des Hippokrates – freiwillig gebunden sieht. 

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Medien & Reife

Was nicht unbedingt so sein müßte, aber derzeit – weil monetär motiviert – so ist:

Die Medien zeigen sich zu 85% mit der Reife eines Pawlow´schen Hundes: Sie reagieren reflexartig auf die ihnen zugeworfenen Sensations- und „Nachrichten“-Happen und lassen Intelligenz und Pflicht zu aufklärenden Maßnahmen außer Acht.

Wahrheit ist ihnen weniger ein Begriff, denn „die herrschende Meinung“. Zuschauer-Quote und Leser-Quote sind die Elle, an der der Journalist seinen Job mißt.

◾ Entweder gibt es verantwortlich gestaltete Berichterstattung
◾ oder es gibt unbewußt (manchmal auch bewußt) Interessen-gelenkte (-gebogene) „Fakten“.

An diese Art von gelenktem Journalismus haben wir uns so weit gewöhnt, daß wir nur selten das vage Gefühl haben…, daß es lieber etwas anders laufen sollte.

Derzeit muß man sagen:

Es gibt keine…
Pressefreiheit.

Alles, was hier für die Print-Medien gilt, gilt selbstverständlich auch für die digitalen Medien.

Der Journalismus ist ein Terminhandel, bei dem das Getreide auch in der Idee nicht vorhanden ist, aber effektives Stroh gedroschen wird.

– Karl Kraus

Ein Journalist kann in seinem Tun ein Segen für die Gesellschaft sein, wenn er bewußt ist und sich bezüglich seiner Tätigkeit niemandem und keiner Ebene verantwortlich fühlt, denn der höchsten, nämlich seiner Intelligenz (im besten Sinne gemeint).

Andernfalls – und das ist der status quo – bedient er die niederen Instinkte der Leser und Zuschauer und die Erwartungen des Verlegers.

Die Klientel der BILD mag eine etwas andere sein als die der FAZ und obwohl sich der Journalist sprachlich der Rezipienten-Klientel anpaßt: Die journalistische Funktionsweise ist immer die gleiche.

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Für die kommerziellen („sozialen“) Netzwerke gilt noch eine weitere Formel (die von der auflagenstärksten deutschen Tageszeitung bereits seit vielen Jahrzehnten angewendet wird): Je reißerischer und negativer die Botschaft, desto mehr Umsatz. Hier werden eigens dafür, zusätzlich noch Algorithmen zum einzigen Zweck eingesetzt, Gewinn-steigernd das kollektive Unbewußte zu stimulieren.

Haß-Botschaften sind viral funktionierende
Selbstläufer… mit hohem monetärem Wert.

Ergänzend dazu:  Medien  📌   und   Vernetzende Medien  📌

Auf Augenhöhe

Zunächst eine Frage: Ist der Vater mit seinem Neunjährigen auf Augenhöhe, wenn er ihm – trotz allen Flehens – den Autoschlüssel nicht in die Hand gibt?

Es ist eine wohlmeinende Idee, Jedermann auf Augenhöhe begegnen zu wollen und zu sollen. Damit sind Respekt, Achtung und Wertschätzung gemeint.

Am klarsten wird „Augenhöhe“ mit der indischen Geste Namasté  ausgedrückt, indem man sich bei gefalteten Händen für einen Moment wortlos in die Augen blickt. Das Ego ist hier so gut wie nicht beteiligt. Der Sinn dieser Begrüßungsform:

„Das Göttliche in mir grüßt das Göttliche in dir.“ 

bettlerkind

Im Augenblick dieser Begrüßung
sind alle Unterschiede hinfällig.

Denn in Wirklichkeit gibt es keine Unterschiede zwischen den Menschen. Nur an der Oberfläche ist es Realität, daß wir uns in den verschiedensten Gebieten auf unterschiedlichen Höhen bewegen.

Das betrifft den Bereich Wissen und Verstehen (Horizontale)
aber auch den Bereich Geistige Reife und Erkenntnis (Vertikale).

Ein Lehrer versteht seinen Job nicht, wenn er im jeweiligen Fach das Gefälle zu den einzelnen Schülern nicht klar erkennt. Das schließt die liebevolle Anerkenntnis ihrer Göttlichkeit ja keineswegs aus. Dennoch wird es ein paar Jahre dauern, bis sich Schüler und Lehrer komplett auf Augenhöhe begegnen können.

Augenhöhe ist vorrangig
eine Frage der inneren Einstellung,
der Bewußtheit und nicht bloß eine des Verhaltens.

Im Dialog kommen noch andere Dinge ins Spiel: Selbstbewußtsein, sprachliche Kompetenz, Sachkompetenz, Gefühle…

In einem Dialog auf der Erwachsenen-Ebene (4) wird man vorrangig in Bezug auf die anstehende Thematik kommunizieren und die emotionalen Empfindlichkeiten (2) außen vor lassen. Hier hat die Klarheit Vorrang vor den Gefühlen.

Wohlgemerkt: Klarheit kollidiert nicht mit der grundlegenden Achtung! Aber:

Niemals darf die Klarheit einer
Befindlichkeit geopfert werden!

Je höher die Reife einer Gesprächsrunde, desto mehr hält sie aus, desto weniger Regeln werden gebraucht. AV

Toleranz 📌
Geistige Reife 📌

Was ist Arbeit?

Arbeit = Unterstützendes

  1. Wesentliches
  2. Wichtiges
  3. Nützliches
  4. Unterstützendes
  5. Unwichtiges
  6. Überflüssiges
  7. Schädliches

Die Arbeit (Lohnarbeit) ist kein Selbstzweck. Sie bekommt erst als Unterstützendes – zum Beispiel durch die Förderung des Wohlstands des Individuums, der Familie und der Gemeinschaft – ihre Wichtigkeit.

Sollte hierbei aber plötzlich Freude aufkommen, befinden sich
der arbeitende Mensch sofort… im Bereich des Wesentlichen.

Das Selbe gilt, wenn Achtsamkeit geschieht, während der Arbeit.

ARBEIT kennt zwei Varianten:

  1. Anweisungs- und Erwartungs-gebundenes Schaffen und Gestalten. Diese Variante ist nützlich sowohl für den Arbeitgeber (Arbeits-Ergebnis), als auch für den Arbeitenden (Lohn).
  2. Freies Schaffen und Gestalten. Diese Variante steht sowohl für ein am Nutzen orientiertes Schaffen (Freier Landwirt), als auch für nutzloses Gestalten (Freier Künstler).

Vor dem Verdienen steht das Dienen.

– Henry Ford

Im Wort Verdienen ist das Wort Dienen bereits enthalten. Jedenfalls in der deutschen Sprache. Der Be-LOHN-ung geht dienendes Arbeiten voraus. Eine ganz andere Sicht auf die selbe Arbeit zeigt dieses Zitat:

Wer den ganzen Tag arbeitet…,
hat keine Zeit, Geld zu verdienen.

– John D. Rockefeller

Hier bezeichnet der Begriff „Arbeit“ keine abhängig dienende Tätigkeit, sondern eine – aufgrund anderer Fähigkeiten – selbstbestimmte.

Dieser Rockefeller-Satz hätte auch gut aus dem Mund des berühmten Tellerwäschers kommen können, der das Trockentuch an den Nagel gehängt hatte, weil er des Billiglohns überdrüssig geworden war.

🔅

Arbeit = ist eingesetzte Zeit und Arbeitskraft, verkauft gegen Lohn. Sie ist kein Wert an sich, sondern hat nur unterstützende Funktion in Bezug auf den Komfort im Leben eines Menschen, innerhalb seiner ihn umgebenden Gesellschaft.

Arbeit in diesem Sinne hält den Menschen in einer Art Sklaverei, in einer seine eigentlichen Bestrebungen behindernder Entfremdung, solange sie nur als die einzige mögliche Einkommensquelle gesehen werden kann.

In vorwiegend ländlichen Gebieten unserer Erde sind es etliche Tiere, wie Pferde, Kühe, Büffel, Elefanten, Esel, Maultiere und viele andere, die den Menschen bei seiner Arbeit unterstützend halfen und zum Teil auch heute noch eingespannt werden.

Erst später kam die einfache Maschine (z.B. Dampfmaschine), danach dann die komplizierter funktionierenden Maschinen.

Diese Art Maschinen basieren auf Verbrennung.
Verbrennung = ist Transformation von Energie.

Maschinen sind
Energiewandler.

Schlußendlich wandeln die Maschinen die „Zwischen-Energie“ in ihren Zweck um, in kinetische Energie. Mit der wiederum lassen sich die verschiedensten Dinge bewegen.

Und gerade jetzt… läuft die nächste Revolution:

Viele routiniert ablaufende Arbeitsschritte können von lernenden Maschinen erledigt werden. Mit Hilfe von Algorithmen werden die einzelnen Arbeitsschritte in Daten umwandelt und in Maschinen-Arbeit umfunktioniert. Zwar gibt es immer noch Vieles, das heute noch nicht automatisiert werden kann, aber die Grenze verschiebt sich stetig und schneller in Richtung Robotik, in Richtung:

Autonome Automation.

Die Wertschaffung erfolgt immer weniger durch Hand- oder Kopf-Arbeit der Menschen, dafür jetzt immer mehr durch maschinelle Produktion und Dienstleistung.

Aufgrund dieser Tatsache, daß zunehmend die Maschinen den materiellen Reichtum generieren, muß der Zuspruch des Einkommens der Menschen prinzipiell von der Wertschöpfung getrennt werden.

Um den entstehenden massenhaften Wegfall von Lohn-Einkommen und -Steuern auszugleichen, bedarf es auf der einen Seite der Einführung eines bedingungslosen Basis-Einkommens und auf der anderen:

Maschinenarbeit muß im Verhältnis zu
ihrer Wertschöpfung besteuert werden.

In dem Maße, wie die Besteuerung des Maschinen-generierten Gewinns ansteigt, muß die Besteuerung der Lohn-Arbeit herunter gefahren werden.

Die Sorge um diese Balance, ist Aufgabe des Staates.

Hier geht es im Thema weiter. Kategorie:  Arbeit  📌

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„Mein Vater hat mir beigebracht zu arbeiten – aber es nicht zu lieben. Ich habe nie gerne gearbeitet und ich leugne es nicht. Ich würde lieber lesen, Geschichten erzählen, Witze machen, reden, lachen – alles andere…  als arbeiten.“

— Abraham Lincoln

Stigma oder Teilhabe?

Beteiligungsrecht

Einwand: „Armut ist Exklusion. Kinder z.B. die, die nicht mitspielen dürfen, sind arm dran. Insofern hat Armut nicht immer etwas mit fehlendem Geld zu tun. Es geht um Beteiligungsgerechtigkeit, den Mangel an der Teilhabe gesellschaftlichen und kulturellen Lebens.“

Ganz einverstanden: Auf der sozialen Ebene ist die Verhinderung möglicher Teilhabe gleichzusetzen mit der Inkaufnahme von Armut. Mein alternativer Vorschlag ist der:

KulturCard für Jedermann.

Sozialkarte ?

Von einer Sozialkarte ist bereits die Rede, wird wohl auch schon in Hamburg ausprobiert? Im Vergleich zur bisherigen Stümperei in diesem Bereich bedeutet sie schon einen großen Fortschritt. Nur sollten wir Neuerungen nicht an Schlechtem messen, sondern am Besten. Mein Vorschlag:

Keine Sozialkarten für Arme,
sondern Kulturkarte für alle.

Den größten Unterschied macht hier der Wegfall von Stigma.

Wer eine Sozialkarte vorzeigt, um eine ihm zustehende nötige Vergünstigung zu erhalten, offenbart mit dieser Geste gleichzeitig auch seine soziale Situation. Das ist sozial unverträglich, also eine Unzumutbarkeit.

Diese Stigmatisierung fällt erst dann weg, wenn alle Kinder oder alle Bürger, ganz gleich, welcher sozialen Kaste angehörend, die gleiche Karte, nämlich eine „Kulturkarte“ benutzen. Dieser Karte ist dann nicht (mehr) anzusehen, ob sie vom eigenen Girokonto, von einem Familienmitglied, oder vom Amt für Soziales aufgeladen wurde.

 

KulturCard

So, wie wir bereits jetzt eine EC-Karte mit „Bargeld“ aufladen können, sollte die Kulturkarte auf verschiedene Weise, bzw. an verschiedenen Orten und über die verschiedenen elektronischen Techniken (z.B. an Geldautomaten) aufgeladen werden können.

An sämtlichen Kontoauszugs-Automaten und an allen PCs muß der aktuelle Stand der Optionen jederzeit zur Einsicht bereit gehalten werden.

Jeder Bürger sollte in den Stand versetzt werden, gleichberechtigt am gesellschaftlichen und kulturellen Leben teilnehmen zu können, darum beinhaltet das Kultur-Konto außer dem üblichen Bargeld weitere Möglichkeiten der Teilhabe

Sie beinhaltet Besuche von parlamentarisch festzulegenden Veranstaltungen aller Art in einem festzulegenden Zeitraum, zum Beispiel…

  • Gruppen-Unternehmungen
  • Tages- und Urlaubsreise
  • Musik-Veranstaltung
  • Sport-Veranstaltung
  • Schüler-Austausch
  • Musik-Unterricht
  • Volkshochschule
  • Bäder-Besuche
  • Gasthörer/Uni
  • Bildungsreise
  • Restaurant
  • Museum
  • Theater
  • Musical
  • Kirmes
  • Oper
  • Kino
  • u.a.

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(Diese Karte kann man natürlich um einiges schöner gestalten, als ich das hier gerade vermochte. Ist aber schon mal ein Anfang!)

 

Ermittelt werden müssen Art und Umfang der gewünschten Elemente der Teilhabe. Diese sind über eine Umfrage nach Umfang der Interessen problemlos zu ermitteln.

Ein parlamentarisches Gremium berät die sozialen und kulturellen Optionen, die zudem im Parlament beraten und schließlich beschlossen werden. Dieses Gremium paßt die Bedarfe regelmäßig an, bzw. tariert sie flexibel aus und berät anschließend auf kompetente Weise die Entscheidungsträger.

Die nun zugeteilten einzelnen Teilnahme-Elemente sind jeweils nur zu genau diesen Veranstaltungen, verteilt auf den festgelegten Zeitraum, in der festgelegten Anzahl und in der festgelegten Höhe einlösbar. Darüber hinaus gehende Beträge werden automatisch durch die selbe Karte (auf Kosten des Karten-Inhabers) beglichen.

Daß ausnahmslos alle Schüler an der jeweiligen Beköstigung an den Schulen teilnehmen können, sollte uns selbstverständlich sein.

Die Benutzung aller Einrichtungen des öffentlichen Nahverkehrs sollte generell und für Jedermann kostenlos, oder aber mit dieser Karte ebenfalls abgedeckt sein.

Solch Behinderndes wie ein „Behinderten-Ausweis“ ist damit hinfällig. Der bisherige „Studenten-Ausweis“ ist zu integrieren.

Für das Amt (bzw. die Gesellschaft) beinhaltet dieses Verfahren im Prinzip auch die Möglichkeit einer gewissen Steuerung und damit nebenher auch einer Einsparung von Kosten, denn nicht jeder wird alle Optionen nutzen wollen! Manche Posten können gesammelt, also angespart werden, andere verfallen nach einer festzulegenden Zeit und stehen somit… prinzipiell anderen Bürgern zur Verfügung.

 

Alternative

Eine Alternative zur Kulturkarte könnte aber auch sein, daß jede handelsübliche BankCard technisch so umgestaltet wird, daß sie funktional für sämtliche der hier genannten Möglichkeiten ausgestattet ist, oder noch etwas einfacher: Das kulturelle Potenzial wird über eine App des Smartphones abrufbar gehalten.

Nicht das Geld macht uns reich..,
sondern die Option der Teilhabe.

 

Conclusio

Stigma oder gleichberechtigte Teilhabe?

Das derzeit praktizierte Hartz4-Modell setzt nicht auf Teilhabe, sondern auf AusschlußWir, die Glieder der Gesellschaft entscheiden, was sie uns wert ist:

Die Würde des Menschen

 

Das ist es, was der Himmel wünscht:
Wer Kraft hat, soll anderen helfen,
wer Weisheit besitzt, andere lehren,
wer Reichtum erwirbt, ihn mit anderen teilen.

– Chinesische Weisheit –

 

Öffentlicher Nahverkehr

Unabhängig von einem beschränkungslosen Grund-Einkommen und unabhängig von der Existenz einer CulturCard für alle Bürger:

imageDie Benutzung aller (!) Einrichtungen des öffentlichen Nah-
Verkehrs sollte generell, also für Jedermann kostenlos sein.

Das gebietet die zu ermöglichende Teilhabe der derzeit monetär nicht ausreichend privilegierten Gruppe von Bürgern am privaten und öffentlichen Leben und damit die Menschenwürde.

Des weiteren werden die Innen-Zonen der Orte und besonders der Städte entlastet, sofern dann auch die Autofahrer verstärkt die attraktiven und intelligent vernetzten öffentlichen Bewegungsmöglichkeiten nutzen.

Rechnet man alle derzeitig anfallenden Aufwände bezüglich der Einziehung dieser Gebühren, einschließlich aller Sanktions-Kosten gegen die derzeitigen Gebühren-Einnahmen, wird man vermutlich auf Null kommen. Sollte das nicht der Fall sein, hat die Gemeinde via Steuereinnahme des Bundes den Ausgleich vorzunehmen.

In einigen Städten einiger Nachbarländer ist diese Forderung längst in Realität übergegangen.

Rebellion

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Demonstration von Protest

Protest ist der kleine Bruder der Rebellion.

Protest ist die unbewußte
Anerkenntnis von Macht.

„Macht“ basiert einzig auf Anerkenntnis der selben.

Beispiel: Ein Befehlender hat aus sich heraus keine Macht über jemand anderen. Erst wenn der Befehlende als (über-) „mächtig“ angesehen und akzeptiert wird, erst wenn dem Befehlenden Folge geleistet wird, hat er Macht (gewonnen).

Ohne Gehorsam auf der einen Seite,
gibt es keine Macht auf der anderen.

• Ein Kind protestiert gegen die Anordnung seines Vaters.
• Aber kein Vater protestiert gegen die Anordnung seines Kindes.

Protest setzt
das Eingeständnis
von Ohnmacht voraus.

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Demonstration

In sogenannten Demokratien haben Demonstrationen eine wichtige Entlastungsfunktion und werden dort als „Errungenschaften“ verkauft.

Die Erlaubnis (Toleranz) zur Demonstration dient in erster Linie der Entspannung, der Ableitung der Energie von Unzufriedenheit.

Die Teilnehmenden haben/bekommen das Gefühl der Möglichkeit zur (Mit-)Gestaltung – zu ihrer Beruhigung. Solange diese Gaukelei funktioniert, kann die Einführung echter (!) Bürgerbeteiligung noch weiter aufgeschoben werden.

Hier einige Komponenten größerer (auch in Gewalt ausartender) Demonstrationen auf Seiten der Teilnehmenden:

Politik

  1. Latentes Bedürfnis nach Teilnahme an der Gestaltung, potenziell konstruktives Interesse an echter (!) Bürger-Beteiligung
  2. Ehrliche Empörung, ehrliches Interesse am Grund der Demonstration
  3. Naives Hoffen auf positive Wirkung der Demonstration

Psychologie

  1. Ohnmachtsgefühl gegenüber der Entscheidungs-Macht
  2. Gemeinschaftsgefühl durch Auflösung des Individuums in der „starken“ Masse
  3. Autoritätskomplex – Stellvertretende Reibung an „Vater“ Staat; Reife-Phase: Rebellion (3)

Gewalt

  1. Gefühl der Omnipotenz („schwarzer Block“)
  2. Rauschmittel Gewalt, Randale („schwarzer Block“)
  3. Selbst gerechtfertigtes und unbewußtes Ausleben destruktiver Anteile („schwarzer Block“)

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Die Rebellen-Phase

Leise löst sich das Band,
es entzweien sich zart die Naturen,
Und von der holden Scham
trennet sich feurig die Kraft.

– Friedrich von Schiller

Was geht in der Rebellen-Phase (3) der Pubertät ab?

  1. Suche nach dem geeigneten Gegner
  2. Überhöhung der Kraft des Gegners (Projektion)
  3. Maximaler Widerstand gegen den Gegner

Wurde die Konfrontation mit dem Vater (oder einer anderen geeigneten Person in der Umgebung) versäumt, bzw. stand dieser nicht zur Verfügung oder eignete sich nicht dafür, kann die Überhöhung so weit gehen, daß stellvertretend jemand anderes, zum Beispiel der ordnungsmächtige Vater Staat als Reibungs-Objekt herhalten muß.

Differenzierungen und Konstruktivität sind jetzt
nicht angesagt. Statt dessen: Klare Grenzziehung.

Das macht es für die übrigen Beteiligten nicht leicht. Im Idealfall (!) nehmen sie es nicht persönlich. Denn – auch wenn es sich anders anfühlt – es ist nicht persönlich!

Das gesamte Erfahrungs-Spektrum des Widerstands ist für den Pubertierenden außerordentlich bedeutsam! Er muß seine eigenen Konturen finden. Und das gelingt zunächst nur über Radikalität.

Wurde diese Phase gut durchgearbeitet, mündet sie ganz natürlich in der Erwachsenen-Reife (4).

Wird sie dagegen übersprungen, heißt versäumt, oder nicht gewagt, wird man versuchen, sie später nachzuholen – was sie, besonders für die jeweilige soziale Umgebung 😎 nicht gerade einfach macht!

Ziel ist: Körperlich und geistig
um die eigene Kraft zu wissen.

Es geht um das Gefühl
von Eigenständigkeit.

Kurzzeitige Gefängnisaufenthalte können auch schon mal Teil dieses Reifeprozesses sein.

In intelligent geführten Gesellschaften weiß man um diese Dinge und überläßt die Jugendlichen nicht ausschließlich sich selbst. Man wählt Initiationsriten, um die Energie dieser vergleichsweise schwierigen Entwicklungs-Phase sinnvoll zu kanalisieren oder überträgt schon früh zumutbare Verantwortung.

Ergebnis: Anerkennung durch gleichwertige Behandlung im Kreis der Erwachsenen.

Als ich vierzehn war, war mein Vater so unwissend. Ich konnte den alten Mann kaum in meiner Nähe ertragen. Aber mit einundzwanzig war ich verblüfft, wie viel er in sieben Jahren dazugelernt hatte.

– Mark Twain

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Macht & Rebellion, oder: Wandlungen               

                6 – Krieg
            5 – Revolution
         4 – Revolte
      3 – Rebellion
   2 – Demonstration
1 – Protest

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Gegen die Regierung mit allen Mitteln zu kämpfen ist ja ein Grund-Recht und Sport eines jeden Deutschen.

– Otto von Bismarck

Dein leichter Spott hat seine Gründe, denn…

  • Protest ist die sanfteste und eine unverbindliche Art, des Anderen Stärke zu bestätigen.
  • Demonstration hat – als kleine Schwester der Rebellion – schon etwas mehr Energie, als der Protest.

Protest, Demonstration und Rebellion sind unbewußte Formen der indirekten Anerkenntnis von Macht. Denn „Macht“ basiert einzig auf Anerkenntnis der selben.

Macht
ist letztlich nichts anderes,
als das Resultat von Projektion des Schwachen.

Der Schwache ist nur vermeintlich der Schwache.
Der Mächtige ist nur vermeintlich der Macht habende. 

Macht setzt Projektion des vermeintlich Schwachen voraus, eine Projektion von übersteigerter Größe und/oder Stärke (Kraft). Und das geschieht immer von vermeintlich unten nach vermeintlich oben.

Rebellion ist ein ungenanntes
Eingeständnis von Ohnmacht.

Macht ist keine objektive Größe, sondern das Resultat von bi-polar-synchroner Projektion: Der vermeintlich Schwache projiziert die Schwäche auf sich selbst und gleichzeitig die Stärke auf den vermeintlich Mächtigen.

Ebenso umgekehrt: Allein das Bewußtsein von Stärke auf dieser Seite läßt die „Macht“ auf der gegenüberliegenden Seite bröckeln, da diese auf einem bloß psychologischem Grund basiert, nämlich auf Projektion.

David und Goliath:

Goliath wirkt übermächtig groß und stark und bringt zudem noch Kampferfahrung in den Ring. David dagegen wirkt klein und zerbrechlich und ist in Kampfes-Dingen unerfahren. Dennoch gewinnt David den Fight.

Conclusio: Es kommt nicht auf die „objektive Stärke“ an, sondern auf die psychologische: Der kleinere David sieht sich selbst als stärker an, also als psychologisch größer und den Goliath als weit schwächer, also psychologisch kleiner, als sich selbst.

Michelangelo führt uns auf seine Weise in diese Szene ein und zeigt die Entschlossenheit, diese psychologische Stärke, mittels seiner Marmor-Skulptur des David

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Allein
das Wissen um
die Stärke auf der einen Seite
läßt die „Macht“ auf der anderen schmelzen.

Der Junge rebelliert nur so lange gegen seinen „großen“ Vater, wie er Übermacht und Stärke auf ihn projiziert (2). Sobald der Bursche sich seiner eigenen Kraft bewußt wird, ist Rebellion obsolet.

Revolution geschieht, wenn sich
…die Machtverhältnisse ändern.

Im jungen Mann hat sich – in Bezug auf seinen Vater – eine Revolution vollzogen (3). Die Dinge sind nicht mehr, wie sie gestern noch waren, das Verhältnis ist unumkehrbar ein anderes geworden. Sein Status hat sich geändert. Er ist gereift (4).

Von nun an (aber erst jetzt!) kann der Sohn den Vater auf einer erwachsenen Weise lieben, bisher war es eine kindliche. Und erst jetzt begegnen sich beide auf Augenhöhe.

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Michelangelo´s David (Details) – http://little-zensations.tumblr.com/

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Weltrevolution

Nur die Weltrevolution kann und wird den dauerhaften Frieden schaffen.

– Karl Liebknecht

Die Idee einer Weltrevolution
ist ein Höhepunkt der Naivität.

Sie würde sehr viel Gewalt voraussetzen – und keinerlei Gewinn bringen. Für Niemanden.

Revolution = ist immer ein nur lokales Ereignis, das ein großes Pulverfaß an Unzufriedenheit voraussetzt und den Umsturz der aktuell bestehenden Ordnung zur Folge hat.

Die Unzufriedenheit der Masse ist ihre Grundvoraussetzung.

Alles andere ist militärisch oder paramilitärisch organisierte gewaltsame Durchsetzung einer neuen Ordnung durch letztlich eine Person oder durch eine kleine Gruppe von Macht-Habenden, also ein Staatsstreich (von innen) oder ein Krieg (von außen), aber… keine Revolution!

Revolution ist der Beleg für eine gravierende Un-Balance. 

Die Revolution ist die ruckartige Nachholung verhinderter Entwicklung.

– Karl Marx

Da hat er mal Recht, der Mann:

Revolution ist
der verspätete Versuch,
eine Un-Balance zu korrigieren.

Mit Menschen, die mit sich selbst, mit ihrer Umgebung und den wirtschaftlich-sozialen, sowie den rechtlichen Gegebenheiten zufrieden sind, ist keine Revolution zu machen.

Wird nicht gebraucht – sofern erforderliche Entwicklungen nicht zu lange aufgeschoben, verpaßt oder gar verhindert werden.

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Balance

Balance… ist der natürliche Zustand.
Sie ist die Voraussetzung für eine harmonisch funktionierende Gesellschaft.

Eines der stärksten Mittel zur Gewährleistung von Balance in einer Gesellschaft und damit zu ihrer Befriedung, liegt in der Bereitstellung der Möglichkeit zur Echten (!) Bürgerbeteiligung

Bürgerbeteiligung  📌