Zweite Geburt

Jugend will, daß man ihr befiehlt, damit sie
die Möglichkeit hat…, nicht zu gehorchen.

Jean Paul Sartre

Die alte Autoritätsstruktur (Befehl/Gehorsam) wird sich mit zunehmender Reife einer Gesellschaft langsam auflösen und es wird sich eine nuanciert andere bilden.

Entscheidend für die psychologische Entwicklung und die der Geistigen Reife des Jugendlichen (3) ist eine zweite Geburt, ist die Abnabelung. Und zwar nicht nur die von den Eltern, sondern auch die von der Familie und von all den Werten, die das Individuum bis hierhin „sozialisiert“ und psychologisch, wie geistig geprägt haben.

Erst und nur dann, wenn die Eierschale quasi gewaltsam von innen gebrochen wurde, kann sich „Rückgrat“ bilden und eine eigene und starke Individualität entfalten.

Die körperliche Reifung findet vollautomatisch statt, sie wird von der Natur übernommen. Für die Entwicklung der psychologischen und der geistigen Reifung ist der Mensch mitverantwortlich.

Wann immer uns die unangenehmen Begleiterscheinungen von Rebellion begegnen, können wir uns gleichzeitig darüber freuen, daß gerade Reifung stattfindet.

Pathologisch wird Rebellion erst dann, wenn diese eigentlich recht kurze Phase nicht in die Erwachsenen-Reife (4) mündet, sondern zum Dauerzustand wird.

Von der Gesellschaft wird die immense Bedeutung der Phase des Umbruchs vom Kind (2) zum Erwachsenen… noch nicht erkannt. Die Jugendlichen werden einfach allein und sich selbst überlassen.

Eine reifere Gesellschaft wird ihre Kinder verständnisvoll in diesem wichtigen Stadium und unterstützend (5), begleiten und schließlich in die Eigen-Verantwortlichkeit entlassen.

Nirmalo

Neue Gedanken

Man soll einen neuen Gedanken
nicht deshalb gering schätzen, weil
er von einem Dummkopf kommt.

Arthur Schopenhauer

Ein halbwegs intelligent verfahrender Mensch wird niemals einen neuen Gedanken gering schätzen – von wem auch immer dieser kommen mag.

Ein neuer oder ungewöhnlicher Gedanke sollte nüchtern auf seinen Gehalt geprüft werden. Das Medium und seine Reputation spielen dabei keine Rolle.

Nirmalo

Gemeinwohl vor Eigen-Interesse

Frag nicht, was dein Land für dich,
sondern was du für dein Land tun kannst.

John Fitzgerald Kennedy

Mit dieser Forderung richtet sich Kennedy an solche Menschen, die überhaupt schon mal in der Lage sind, ihn auf dieser Ebene, auf der er – in der Attitüde des Lehrers (5) – seine Erwartung ausspricht, verstehen zu können.

Er richtet sich an Menschen, denen der Grad (4) auf der Skala der Geistigen Reife zumindest nicht mehr ganz fremd ist. Denn erst auf diesem (Erwachsenen-) Grad ist die Einsicht zur notwendigen Übernahme von Verantwortung möglich. Erst hier ist es möglich, zu erkennen, daß es wichtig ist, sich auch für das größere Ganze, für die Gemeinschaft einzusetzen und dabei die Eigeninteressen zurück zu stellen, sie (und sich selbst) nicht ganz so wichtig zu nehmen.

– Nirmalo

Bibliothek

Bibliothek

Einem Haus eine Bibliothek hinzuzufügen heißt, dem Haus eine Seele zu geben.“

Marcus Tullius Cicero         

Dann bist du aber ziemlich anspruchslos, Marcus Tullius, wenn dir tote Bücher schon so etwas wie „Seele“ sind. Was sind Bücher?

Bücher sind – vom Bereich der Informationen und der Abteilung Bildung (wie Algebra, Geometrie, Sprachen, usw.) mal abgesehen, Phantasie- und Denk-Konstrukte anderer Leute.

Sie fungieren vorzüglich als Gegenmittel gegen angewandte Intelligenz, gegen autonomes Denken, gegen das Aufkommen eigener Weisheit.

Wenn du mal der authentischen Gegenwart entfliehen und lieber in die Phantasie-, Denk- und Sprach-Welt anderer eintauchen willst, sind Bücher selbstverständlich bestens geeignet. Aber 98% Füllstoff haben noch nichts Wertvolles – von so etwas Wesentlichem wie Seele… ganz zu schweigen.

Alles Wesentliche findest du nur in dir selber. Ausschließlich. Ja, auch die Weisheit. Weisheit ist nicht vermittelbar – nicht durch die größte Bibliothek.

Wäre es anders…, wir könnten vor lauter Weisheit schon gar nicht mehr laufen 🙂 !

Einen heiteren Tag
mit auch eigener Sicht auf die Dinge
wünscht
  Nirmalo

Bürgerbeteiligung

Jedermann hat das Recht, sich einzeln oder in Gemeinschaft
mit anderen schriftlich mit Bitten oder Beschwerden an die
zuständigen Stellen und an die Volksvertretung zuwenden.

Art. 17 Grundgesetz

DAS reicht heute nicht mehr aus, denn „Bitten oder Beschwerden“ gehen (psycholo-gisch) „von unten nach oben“. Und das liegt fern jeder Souveränität! Das ist nicht Augenhöhe, das ist demütigend, das ist Abhängigkeit (2) von der „Gnade“ der „zuständigen Stellen“.

Der Artikel 17 wurde geschrieben, als bei uns das Autoritätsprinzip noch galt. Damals war es noch ausreichend, nur „Beschwerde einlegen“ zu können. Aber dann begann die kollektive Rebellion gegen die Autoritäten, auch die gegen den „Vater Staat“. Und heute befinden wir uns  in einer (zunehmend) reiferen, „erwachseneren“ (4) Situation:

Wir brauchen die (der Reife der Bundesbürger angepaßte) echte Bürgerbeteiligung !

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Die Details der Installationen für die Voraussetzung der echten Bürgerbeteiligung lassen sich mittels neuester Kommunikations-Mittel und -Techniken vergleichsweise leicht und kostengünstig realisieren.

Politische Wahlen, sowie Volksabstimmungen sind keine echte Bürgerbeteiligung, sondern eher eine Beleidigung der Intelligenz und der Würde der interessierten und engagierten Bürger. 

Wirkliche Bürgerbeteiligung = ist konstruktive Beteiligung.

§1 Transparenz

Je nach (Steigerung von…) Bereitschaft, Gestaltungswillen und Kompetenz, sollten Initiativen, Begehren, Petitionen, Runde Tische, Mediationen, Kongresse, u.s.w. analog und per Internet/-Telefon für die Beteiligung ausnahmslos aller Bürger zur Verfügung stehen. Alle diese Veranstaltungen sind ausnahmslos öffentlich und in Jetzt-Zeit – zumindest per TV & Internet – verfolgen zu können und über Mediatheken jederzeit zugänglich zu halten. 

§2 Kein Vorschlag zur Sache fällt unter den Tisch.

Jeder Bürger hat die Möglichkeit, sich zu jeder Zeit per Mail oder per Brief zu einem in Beratung befindlichen Problem/Projekt mit konstruktiven Vorschlägen einzubringen. 

Ebenso besteht auf gleichem Wege die Möglichkeit, ein Projekt anzustoßen oder auf ein Problem aufmerksam zu machen. Kein Vorschlag zur Sache fällt dabei unter den Tisch! 

Persönliche Anwesenheit ist dafür nicht erforderlich. Auf welche Weise die Einlassung erfolgt, spielt keine Rolle, da es hier nicht auf die Person, sondern auf die Qualität und die Relevanz der Einlassung ankommt. Ob diese per elektronischem Medium, per Anruf, per Brief oder per Wortmeldung erfolgt, ist gleichgültig. Für mögliche Rückfragen müssen entsprechende Erreichbarkeiten angefügt sein.

§3 Jede Einlassung wird beantwortet.

Jede Einlassung wird beantwortet. Die Antwort enthält u.a. entweder den Hinweis, daß der Vorschlag bereits auf dem Tisch liegt, oder daß er zur Berücksichtigung herangezogen werden wird. Jede Einlassung bekommt einen Eingangs-IC, anhand dessen der Stand der Beratung jederzeit und überall eingesehen werden kann.

§4 Entscheidungen werden plausibel begründet.

Alle Entscheidungen werden der Öffentlichkeit gegenüber plausibel begründet. Der Stand der Verhandlungen in der Sache ist via Internet permanent verfolgbar, ebenfalls die bereits verworfenen Vorschläge und die dazu gehörigen Begründungen.

§5 Weiteres

  • 5.1. Alle öffentlichen Veranstaltungen haben grundsätzlich ein zu bestimmendes Zeitkontingent an Möglichkeit zur Bürger-Beteiligung per Telefon oder Internet bereitzustellen.
  • 5.2. Sollte es aus vorläufig unbekannten Gründen notwendig sein, eine Sitzung unter Ausschluß der Öffentlichkeit abzuhalten, muß die Nichtöffentlichkeit – überzeugend begründet – vor, während und nach der Sitzung öffentlich bekannt gegeben werden.
  • 5.3. Zusätzlich zu den 95% Abgeordneten in den Parlamenten, sollten 5% der Anwesenden interessierte Bürger sein. Bei größerem Interesse entscheidet das Zufallsverfahren. Die Anmeldung erfolgt im Voraus per Internet oder Telefon.
  • 5.4. Alle im Parlament befindlichen Personen (mit Ausnahme der Leitung und der Bediensteten) haben das gleiche Rede-Recht (und damit auch die gleiche Redezeit).
  • 5.5. Mindestens 25% der Gesamtredezeit stehen (im Prinzip*) für Fragen zur Sache bereit.

§6 Auftrag an die Medien

Der Stand der Beratungen und das spätere Ergebnis müssen der übrigen Bevölkerung über die (z.B. öffentlich-rechtlichen) Medien zusätzlich auf verständliche, aber wahrheitsgemäße Weise zurück-gespiegelt werden..

Das Wahl-Recht muß dem
(höherwertigen) Beteiligungs-Recht weichen.

Nirmalo

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*) Im Prinzip = Jeder, sofern er möchte.

In bester Absicht

Jemand unterschreibt in einem Forum seinen „Beitrag“ mit:

Scheiss geblabber.
Ich lass es aber mal stehen, hab mir ja schließlich mühe gegeben.

Nein, du hast dir nicht genug… Mühe gegeben.

Das sage nicht ich, sondern das sagst du selbst. Andernfalls würdest du deinen Beitrag nicht ein „scheiss geblabber“ nennen, sondern wärest mit ihm zufrieden. Du hast nicht dein Bestes gegeben.

So wie ich es sehe, können (sollten?) wir bei allem, was wir tun, unser Bestes geben. Mehr geht nicht; aber immerhin…, das geht!

Mühe ist übrigens kein Qualitätskriterium.
Leichtigkeit ist möglicherweise der bessere Partner.

Wenn wir öffentlich schreiben, übernehmen wir Verantwortung für unser Geschriebenes. Wir sollten nichts (in) der Öffentlichkeit hinterlassen, das nicht mal unseren eigenen Kriterien standhält.

Es ist eine Frage des Respekts vor der Würde der Leser, wie auch vor der eigenen…, „lauter“ zu schreiben: Schreiben in bester Absicht, mit dem Willen zur Wahrheit und – wenn möglich – auf der Ebene der eigenen Weisheit.

Diese Ebene ist uns allen vertraut, wenn auch manchmal nicht bekannt, vielleicht etwas versteckt und oft von uns verleugnet, aber… sie ist da.

Also haben wir die Wahl: Entweder wir geben unser Schlechtestes, unser Mittel-mäßiges, oder… wir geben unser Bestes.

Let´s do our very best !

Nirmalo

Verständnis

Verständnis kommt
uns durch die Liebe.

Richard Wagner

Allein durch Offenheit gewinnen wir einiges an Verständnis. Und… es funktionieren beide Wege:

Durch Liebe finden
wir zum Verständnis.

Durch Verständnis
finden wir zur Liebe.

Bei der Feindbildung verfahren wir anders: Hierbei verschließen wir uns und lassen sowohl Liebe als auch Verständnis außen vor. Im Gegenteil: Während der Feind-bildung dämonisieren wir den anderen und vergrößern damit sogar noch den vermeintlichen Abstand. Damit begeben wir uns auf die Stufe (2) unserer Geistigen Reife.

Mit der Erfahrung, die Richard gemacht hat (siehe Zitat), nehmen wir die Stufen (6) und (7).

Nirmalo

PS: Wie du feststellen kannst, wie weit dein Verständnis bereits abgenommen und statt dessen die Feindbildung zugenommen hat? Einfach nachsehen, ob du genau so viele positive Eigenschaften zu einer Person oder Gruppe finden kannst, wie du negative bereits gefunden hast.