Eine Frage der Reife

„Man darf nicht mogeln in den ernsten Dingen, im Politischen wie im Moralischen.“

– Yves Montand

Eine Frage der Geistigen Reife:

Ein unreifer Mensch wird öfter die Unwahrheit sagen, wird ein wenig schummeln und gelegentlich mogeln…

Ein reifer Mensch ist klar und offen. Er bleibt bei der Wahrheit.

Wahrhaftigkeit…
ist ein Gradmesser
der Geistigen Reife.

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Arbeit & Geld

Arbeit, Henry Ford, Geld, Nirmalo,

Etwas genauer: Es ist der Käufer des Produkts, der die Löhne zahlt.
Denn „auf Halde liegende“ Produkte zahlen keine Löhne: Sie kosten.

Verantwortung

„Solange die Atombombe sich nur in den Händen der beiden Großmächte befindet, gibt es keinen Krieg. Gefährlich wird es erst, wenn sich jeder das dazu notwendige Plutonium aus der Drogerie holen kann.“

– Otto Hahn

Du hast das Deinige dafür getan,
du hast den Weg dafür geebnet.

Es bedurfte eines hohen Grades an Klugheit, um tun zu können, was du getan hast. Aber schon ein kleines bißchen Weisheit hätte genügt, um das lassen zu können, was du tatest. Doch die war wohl nicht vorhanden.

Jeder, wie er kann. – Eine Frage der Reife.

Ein Mensch, der sich als geistig erwachsen (4) versteht, wird niemals alles tun, wozu er zu tun imstande ist. – Weil er um seine Verantwortlichkeit weiß.

Viele Bereiche der wissenschaftlichen Forschung bilden so lange eine Brutstätte höchster Gefahr, wie sie die notwendige Einbeziehung der Verantwortung verhindert, indem sie den Wert der Freiheit ihres Tuns über den der Verantwortung stellt.

Geistige Reife

Reifeprozess

„Widersprich nicht, bevor du nicht widerdacht hast.“

– Martin Andersen-Nexö

Warum eigentlich nicht? Warum soll man denn nicht  s o f o r t  dagegen sein?

Hier geht es um zwei verschiedene Ebenen der Geistigen Reife: Um die Kleinkind-Ebene (2) und um die Erwachsenen-Ebene (4).

Es zeugt von gewissem Unverstehen, von einem sich in der renitenten Phase befindlichen Menschen intelligentes, zum Beispiel konstruktives Kommunikations-Verhalten zu erwarten, denn: Hier gibt es keinen Schalter, den man bloß von (2) auf (4) umzulegen bräuchte. Das gilt für einzelne Leute, aber auch für Gruppen.

Dieses Zitat des Martin erinnert mich an eine Aussage des Abraham Lincoln:

„Nur wer das Herz hat zu helfen, hat das Recht zu kritisieren.“

Genauso wie der Martin, so mahnt auch der Abraham ein Verhalten an, welches mit der Erwachsenen-Reife korreliert.

Das „Problem“ ist halt, daß niemand in der Lage ist – allein aufgrund einer Forderung – vom Kindischen zum Verantwortlichen zu switchen.

Von der Kleinkind-Reife-Ebene können wir nicht das Selbe erhoffen, was wir von der Erwachsenen-Reife-Ebene erwarten dürfen. – Das wäre ein bißchen dumm.

Wir müssen nüchtern konstatieren, daß sich nicht alle
Menschen…   zeitgleich auf dem selben Level befinden.

Geistige Reife

Fortschritt & Prothesen

„Eines Tages werden Maschinen vielleicht denken können, aber sie werden niemals Phantasie haben.“

– Theodor Heuss

Die Maschinen werden immer genau so bereichernd oder schädlich für die Menschen und andere Wesen sein, wie es der Reifegrad des Konstrukteurs, des Auftraggebers und des Nutzers ermöglicht.

Ja, komplizierte Verstandesmechanismen können wir ihnen schon einsetzen, doch zur Intelligenz haben sie keinen Zugang; den haben nur wir lebenden Wesen. 

Die Verantwortung bleibt immer beim Menschen.

  • Intention des Auftraggebers
  • Arbeit des Programmierers
  • Absichten des Anwenders

…bilden das Feld der Verantwortung in Bezug auf die Wirkung des Tuns der scheinbar (!) autonom agierenden Maschinen.

 

Fortschritt

Wir sollten den Begriff „Fortschritt“ neu definieren – wir müssen ihm Menschlichkeit einhauchen. Albert Einstein definierte ihn mal gnadenlos radikal folgendermaßen:

„Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte,
solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt.“

So weit würde ich nicht gehen wollen. Das ist utopisch formuliert – jenseits all dessen, was wir „Realität“ nennen in dem, was wir schaffen können. Aber damit hat er mal kurz die Wichtigkeiten kalibriert und es über alle materiellen Errungenschaften gesetzt: Das Glück eines einzelnen Kindes – wo auch immer es gerade leben mag.

Meine heutige Definition lautet:

Fortschritt bemißt sich an der Zunahme des Denkens in Mitmenschlichkeit und in der Folge am aufrichtigen Arbeiten daran, das Leid der Menschen und anderer Wesen lindern und die allgemeine Zufriedenheit in allen möglichen Bereichen heben zu wollen.

Chauvinismus, Patriotismus, Nationalismus, all diese und andere praktizierte Formen des Egoismus sind mit einem humanistisch verstandenen Begriff von „Fortschritt“ nicht vereinbar.

Außerdem müssen wir vom linearen Denken (Fortschritt) zu einem organischen Denken (Entwicklung) wechseln, da Mensch und Natur keine Maschinen sind, deren Funktion nur auf dem Prinzip von „actio = reactio“ beruht, sondern jede Aktion gleichzeitig (!) in viele Richtungen wirkt. Wir müssen sämtliche (!) Wirkungs-Möglichkeiten berücksichtigen wollen.

 

Prothesen

Es gibt keine „intelligente Software“.

Algorithmen, Software, und Roboter sind keine eigenständigen Persönlichkeiten mit Wahlfreiheit und sie können auch nicht aus sich selbst heraus wachsen. Sie können gar nichts. Was aber im Bereich des Möglichen liegt: Die Intelligenz nutzende Programmierer. 😉 Die gibt es.

Es ist allein der Mensch, der den Zweck eines Algorithmus haargenau bestimmt. Seine Fähigkeit, die Intelligenz zu nutzen, seine Absichten, seine Weisheit, seine Reife (oder auch seine Unreife !) bestimmen das Ergebnis und folgend die Wirkung seines Tuns.

Maschinen sind
bloß Prothesen.

Jeder Roboter bewegt sich ausschließlich im Rahmen der durch Intelligenz und Reife bestimmten Intention seines Konstrukteurs. Ein effizient funktionierender Roboter ist eine effizient funktionierende Prothese.

Griechisch: Prósthesis = Anfügung

Wie nützlich, unterstützend und faszinierend diese Prothesen auch sein mögen, sie sind immer nur Handlungs-Verlängerungen oder Erweiterungen, eben Anfügungen.

Im Idealfall sind die Roboter intelligent ausgeklügelte
Werkzeuge in der Hand von geistig reifen Menschen.

Eine Warnung des Mannes, der den ersten Computer zum Laufen brachte:

„Die Gefahr, daß der Computer so wird wie der Mensch, ist nicht so groß wie die Gefahr, daß der Mensch so wird wie der Computer.“

– Konrad Zuse

Wir fokussieren gerne auf das Machbare und verlieren
dabei die Geistige Reife des Menschen aus den Augen.