Der Baum

Der Baum.jpgIch habe einmal von einem uralten Baum gehört,
dessen Krone so gewaltig war, daß seine Zweige bis in den Himmel reichten. Zu seiner Blütezeit tanzten die buntesten Schmetterlinge um ihn herum, und wenn er Früchte trug, kamen seltene Vögel aus fernen Ländern, um in seinem Laub zu singen. Seine Zweige waren wie ausgestreckte Hände, die alles segneten, was sich in seinem Schatten niederließ, und ganz besonders liebte er einen kleinen Jungen, der jeden Tag kam, um zu seinen Füßen zu spielen.

Das Große kann das Kleine lieben, wenn das Große nicht um seine Größe weiß. Der Baum wußte nicht, daß er groß war; nur der Mensch stellt solche Vergleiche an. Nur der Mensch bildet sich ein, groß zu sein, weil er ein großes Ego hat. Aber in den Augen der Liebe ist niemand groß oder klein. Liebe ist allumfassend und kennt keine Unterschiede, Liebe liebt, was immer sich ihr nähert.

Also entwickelte der Baum eine tiefe Liebe zu dem kleinen Jungen, der in seiner Nähe spielte. Seine Zweige wuchsen hoch in die Luft, aber er beugte sich tief zu dem Jungen herab, so daß er seine Blüten und Früchte erreichen konnte, um sie zu pflücken.

Liebe ist jederzeit bereit, sich niederzubeugen. Das Ego ist nie dazu bereit. Wenn du dich einem Ego um Liebe bittend näherst, streckt es seine Nase noch höher in die Luft und macht sich noch steifer, so daß es vollends unmöglich ist, ihm nahezukommen.

So neigte der Baum seine Äste dem spielenden Kind entgegen und freute sich, wenn es seine Blüten pflückte. Sein ganzes Wesen war vom Glück der Liebe zu ihm erfüllt.

Liebe ist immer froh und glücklich, etwas geben zu können; das Ego ist immer froh, wenn es etwas nehmen kann.

Der Junge wuchs heran; manchmal schlief er im Schoße Baumes, manchmal aß er seine Früchte und manchmal flocht er eine Krone aus seinen Blüten und spielte „Dschungelkönig“.

Man wird zu einem König, wenn die Blumen der Liebe in einem aufblühen und zum armseligen Bettler, wenn das Ego mit seinen Dornen überall aneckt.

Der Baum war überglücklich zu sehen, wie der kleine Junge die Krone trug und herumtanzte. Er nickte gutmütig und ließ seine Blätter liebevoll im Wind rauschen, um seinen Tanz mit Musik zu begleiten. Als der Junge größer wurde, begann er, den Baum hinaufzuklettern und in seinen höchsten Zweigen zu schaukeln. Der Baum war selig, wenn er sich in seinen Zweigen ausruhte.

Liebe ist immer glücklich, jemandem eine Freude zu machen; das Ego freut sich immer, wenn es jemandem das Leben schwer machen kann.

Mit der Zeit hatte der Junge andere Dinge zu tun, als in seinem Baum zu spielen. Er wurde ehrgeizig. Er mußte Prüfungen bestehen, traf sich mit seinen Freunden, unterhielt sich, ging mit ihnen spazieren, und so kam er nur noch selten. Aber der Baum wartete immer sehnsüchtig auf sein Kommen und rief aus tiefster Seele: „Komm, komm, ich warte auf dich.“

Liebe wartet Tag und Nacht.

Und so wartete der Baum und war traurig, daß der Junge nicht kam.

Liebe trauert, wenn sie nicht teilen kann. Liebe ist dankbar, wenn man sie entgegennimmt und am glücklichsten ist sie, wenn sie sich vollkommen bis zur Neige hingeben kann.

Je älter der Junge wurde, desto seltener kam er zu dem Baum.

Ein Mensch, der in der Welt erfolgreich ist, dessen Ehrgeiz immer größer wird, findet immer weniger Zeit für die Liebe.

Der Junge war jetzt völlig damit beschäftigt, eine große Karriere zu machen. Als er eines Tages zufällig vorüberging, sagte der Baum: „Ich warte Tag und Nacht auf dich, aber kommst nie mehr.“ „Wozu sollte ich zu dir kommen? Was hast du schon? Ich brauche Geld. Hast du vielleicht welches?“

Das Ego hat immer ein Motiv. Das Ego tut nur Dinge, die einen bestimmten Zweck erfüllen. Liebe kennt keine Motive. Liebe ist sich selbst der Lohn.

Der Baum war erschrocken und sagte: „Du kommst nur noch, wenn ich dir etwas geben kann?“

Wenn man etwas zurückhält, liebt man nicht. Liebe gibt bedingungslos. Nur das Ego hält zurück, stellt Bedingungen und hortet so viel, wie es kriegen kann.

„Wir Bäume leiden nicht unter dieser Krankheit“, sagte der Baum, „und sind unseres Lebens froh. Wir blühen im Frühling und tragen Früchte im Herbst, aber wir haben kein Geld. Und trotzdem kommen die Vögel und singen in unseren Zweigen. Wenn wir anfangen würden, nach Geld zu suchen, müßten wir auch in die Tempel gehen wie ihr armen Menschen und lernen, wie man seinen Frieden und seine Liebe wiederfindet. Nein, wir brauchen kein Geld.“ „Ja, was soll ich dann bei dir“, fragte der Junge. „Ich gehe dahin, wo ich zu Geld kommen kann, denn das ist es, was ich brauche.“

Das Ego braucht Geld, weil es Macht haben will.

Der Baum dachte einen Augenblick lang nach und sagte dann: „Mein Liebling, gehe nirgendwo anders hin, pflücke meine Früchte ab und verkaufe sie auf dem Markt. So kommst du zu Geld.“ Die Miene des Jungen erheiterte sich sofort. Er kletterte auf den Baum und pflückte alle Früchte ab, selbst die unreifen schüttelte er vom Baum. Der Baum war glücklich, auch wenn einige seiner Äste abgebrochen und viele seiner Blätter zu Boden gefallen waren.

Auch gebrochen zu werden, macht die Liebe glücklich, während das Ego nicht glücklich ist, selbst, nachdem es etwas erhalten hat, denn das Ego verlangt immer nach mehr.

Der Baum merkte gar nicht, daß der Junge sich kein einziges Mal nach ihm umdrehte, als er fortging. Er hatte seinen Dank erhalten, als der Junge sein Angebot annahm. Lange Zeit kam der Junge nicht zurück. Er hatte Geld mit den Früchten des Baumes verdient und war damit beschäftigt, mehr Geld daraus zu machen. Er vergaß den Baum völlig. Jahre vergingen und der Baum weinte und wartete sehnsüchtig auf den Jungen wie eine Mutter, die ihr Kind verloren hat. Sein ganzes Wesen war vom Schmerz der Sehnsucht erfüllt. Nach vielen, vielen Jahren, als der Junge schon längst ein erwachsener Mann geworden war, kam er wieder einmal zu dem Baum. „Komm, mein Junge,“ sagte der Baum entzückt. „Komm, lege deine Arme um meinen Stamm.“ „Hör auf mit dieser Gefühlsduselei“, sagte der Mann. „Das war einmal, als ich noch ein Kind war.“

Das Ego betrachtet Liebe als Schwachsinn, als eine kindische Schwärmerei.

Aber der Baum bat ihn: ,,Komm, schwing dich hinauf in meine Zweige und spiele noch einmal mit mir.“ Der Mann sagte: „Laß dieses Geschwätz. Ich muß ein Haus bauen und weiß nicht wie. Kannst du mir ein Haus besorgen?“ Der Baum rief: „Ein Haus? Ich selbst habe kein Haus! Nur die Menschen leben in Häusern. Kein anderes Wesen würde es aushalten. Und was passiert, wenn er lange zwischen seinen vier Wänden gelebt hat? Je größere Häuser er sich baut, desto kleiner und armseliger wird er. Wir leben nicht in Häusern. Aber du kannst meine Äste abschneiden und versuchen, daraus ein Haus zu bauen.“ Der Mann verlor keine Zeit, er holte eine Axt und schlug ihm alle Äste ab. Jetzt war der Baum nur noch ein kahler, nackter Stamm.

Aber die Liebe kümmert sich nicht um Verluste. Selbst wenn ihr alle Glieder für den Geliebten abgeschnitten werden, gibt sie sich hin. Liebe ist immer bereit, zu geben.

Der Mann baute sein Haus, ohne sich auch nur einmal bei dem Baum zu bedanken, lebte darin, und so vergingen wieder viele Jahre, ohne daß er kam. Der Baum wartete und wartete. Er wollte nach ihm rufen, hatte aber weder Zweige noch Blätter, die ihm die Kraft dazu hätten geben können. Der Wind wehte, aber er war noch nicht einmal fähig, dem Wind mit seinen Zweigen eine Botschaft zuzuflüstern und trotzdem hallte in seinem Inneren nur das eine Gebet wieder: „Komm, mein Liebling, komm.“ Aber nichts geschah. Die Zeit verging, und der Mann war nun alt geworden. Eines Tages kam er und stellte sich neben den kahlen Stamm. „Ich bin so glücklich, daß du nach langer, langer Zeit zurückgekommen bist,“ flüsterte der Baum. „Was kann ich für dich tun?“ Der alte Mann sagte: „Ich will in ferne Länder reisen, um mehr Geld zu verdienen und brauche ein Boot.“ Voller Freude sagte der Baum: „Aber das ist kein Problem, mein Herz. Nimm meinen Stamm und baue ein Boot daraus. Du machst mich glücklich, wenn ich dir helfen kann, in ferne Länder zu reisen, um zu bekommen, was du haben willst. Aber ich werde immer sehnsüchtig darauf warten, daß du zu mir zurückkommst.“ Der Mann sägte den Stamm des Baumes ab, machte ein Boot daraus und segelte davon. Jetzt ist der Baum nur noch ein kleiner Stumpf und wartet darauf, daß er zurückkommt.

Er wartet vergebens; der Mann wird nie zurückkommen, denn das Ego geht nur dahin, wo es etwas zu holen gibt, und der Baum hat nichts mehr, absolut nichts mehr zu geben. Das Ego ist ein ewiger Bettler, der immer nur fordern kann. Liebe ist ein König und gibt verschwenderisch. Es gibt nichts Königlicheres als die Liebe.

Eines Abends ruhte ich mich in der Nähe dieses Stumpfes von einem Spaziergang aus, und er flüsterte mir zu: „Kennst du meinen Freund? Er ist noch immer nicht zurückgekommen, und ich mache mir Sorgen, daß er vielleicht im Meer ertrunken oder in fernen Ländern umgekommen ist. Hast du irgendetwas von ihm gehört? Mein Leben geht zu Ende, und wenn ich Nachricht von ihm hätte, könnte ich glücklich sterben. Aber er kommt wohl nie mehr zurück zu mir, selbst wenn ich ihn rufen könnte. Ich habe nichts mehr, das ich ihm geben könnte, und er versteht nur die Sprache des Nehmens.“

Das Ego versteht nur die Sprache des Nehmens und Liebe nur die Sprache des Gebens.

Wenn euer Leben wie dieser Baum werden kann,
der seine Zweige in den Himmel streckt,
so daß alle darunter Schatten finden,
wenn ihr eure Äste niederbeugt,
so daß alle von euren Früchten essen können,
dann werdet ihr wissen…, was Liebe ist.“

– Osho (am 28. August 1968 in Bombay)

Aus Liebe zu den armen Reichen

„Es muß Arme geben, damit die Reichen das Gebot der Nächstenliebe überhaupt erfüllen können.“

– Aus einem Hirtenbrief

Ja, dann wären sie wohl arm dran, die Reichen, wenn ihnen die Objekte der Nächstenliebe ausgingen. Dann könnte ihnen niemand mehr helfen. 😲 Wer kann denn das schon wollen?! 

Auch bei uns engagieren sich viele Reiche im Umfeld der Suppenküchen für Arme: Also, liebe Arme, bleibt weiterhin brav arm: Es ist schließlich für einen guten Zweck.

So weit etwas Sarkasmus, das Zitat aus dem Hirtenbrief der Bischöfe Spaniens des Jahres 1954 betreffend.

Spende… ist herablassend.

Sie wird „von oben gegeben“ und ist (von akuten Umständen abgesehen) demütigend. Und sie wird, die Hände nach oben gereckt, „von unten dankbar angenommen“.

Es ist prinzipiell eine der vornehmsten Aufgaben des Staates – im Rahmen der Möglichkeiten – für das Gemeinwohl zu sorgen, also auch für die Grund-Voraussetzungen für ein würdiges Miteinanderleben.

Die „Tafeln“ gehören in die (dunkle) Geschichte.

Liebenden Herzen bleiben immer noch genug Möglichkeiten, sich ungehemmt zu entfalten.

Liebende brauchen
keineBedürftigen“.

 

Trog – oder Tafel

Es sieht aus wie liebevolles Handeln, aber die „Tafeln“ sind in Wirklichkeit eine für die Lieferanten lukrative Form der Abfall-Beseitigung.

Auf den ersten Blick sehen sie nach „kostenlos“, nach „Geschenk“, nach „großherziger Spende“ aus, sind aber nur schlecht kaschierter Hohn – jenseits jeglicher Philanthropie.

Denn letztlich werden diese Bürger mit Müll beworfen.
Etwas sachlicher formuliert: Man setzt ihn diesen vor.

Die Abfälle, die diese Menschen zu essen bekommen, hat meine Mutter früher den Schweinen in den Futtertrog gegeben.

Bei den „Lebensmitteln“, die an die Tafeln abgegeben werden, handelt sich um Waren, die für die Händler und Gastronomen keinerlei Wert mehr haben. Zu deren doppelten Vorteil: Gegen eine „Spenden“-Bescheinigung geben sie ihren Müll ab und sparen auf diese Weise Abfallbeseitigungskosten und… können den Mist dann auch noch steuerlich absetzen.

Eine weitere Mülltrennung findet anschließend bei den Tafeln – ebenfalls auf Kosten der Gemeinschaft – statt: Hierbei wandert ein Drittel sofort in die Mülltonne.

Eine Regierung, die Derartiges zuläßt oder gar fördert, hat sowohl das
Gemeinwohl als auch die Menschenwürde aus den Augen verloren.

Wem diese Art Familiensinn gefällt, wird womöglich auch den Fakt, daß man in anderen Ländern Menschen auf Müllhalden ihr Essen „stehlen“ läßt, als großzügige humanistische Geste ansehen?

Was ihr dem Geringsten meiner Brüder getan, das habt ihr MIR getan.“ ~ Jesus v.N.

Die Würde des Menschen gebietet, daß wir Lebensmittel, die eine „durchschnittliche Mutter“ in die Bio-Tonne wirft, selbstverständlich nicht als „wohlwollende Spende“ deklarieren.

 

Armenspeisung

Suppen-Küchen“ sollten ausschließlich notfalls, also nur temporär existieren. Niemals dürfen sie zu einer Dauer-Einrichtung werden! Andernfalls haben wir es mit einem Systemfehler zu tun. Dann handelt es sich um ein Versagen des Staates: Er hat die Würde des Menschen nicht angemessen beachtet.

 

Staatsversagen

Das Versagen des Staates an dieser Stelle ist auch ein Versagen der Gesellschaft, denn sie ist es schließlich, die den Staat über ihre Abgeordneten bestellt hat. Sie muß die Aufgaben des Staates genau definieren und ihre Ausführung / Erfüllung begleitend beobachten, begutachten und nötigenfalls korrigieren.

Entfaltung

Bilde Menschen zu umfassend Gebildeten aus. Mache aus ihnen vielseitig kompetente und einfühlsame, vorausschauende und verantwortlich handelnde, in sich ruhende und starke beziehungsfähige Menschen.

– Prof. Gerald Hüther

Einwand: Die Menschen sind keine Objekte, die zu was auch immer „gemacht“ werden wollen. Hier zeigt er sich immer noch, dieser (nur leicht getarnt) gewalttätige Ansatz.

Die einzigen Pädagogen, die wir akzeptieren sollten, sind die liebenden. Einem wirklich Liebenden ist es so gut wie unmöglich, etwas falsch zu machen.

Liebe enthält alles, was in der Pädagogik gebraucht wird:

Sie will immer das Beste und entfaltet im Gegenüber Vertrauen. Sie kann gar nicht ohne die Achtung vor der Einzigartigkeit des Anderen. Unter ihrer Leitung kann das Potenzial jedes Einzelnen erkannt und in seiner Entfaltung unterstützt werden. Sie lädt die Heiterkeit ein und mit ihr die Freude am Lernen, am Erfahren und Erkennen. Ebenso die Neugierde und das Verstehen-wollen, die spielerische Interaktion, sowie die Lust am Gestalten.

Der Mentor von morgen ist psychologisch vorbereitet, in die aktuellen neurologischen Wissenschaften eingeführt und hat selber reichlich praktische Erfahrung in Meditation.

Das Eintrichtern von Wissen ist in gewisser Weise out.

Wichtiger ist die Einübung darin, sich in dem Chaos von Information intelligent zurecht zu finden, dabei ohne Anleitung (Lehrer) zu lernen und Wichtiges von Unwichtigem (und Falschem) unterscheiden zu können.

Die Kompetenz dafür ist bereits vorhanden. Sie braucht nur noch das passende Umfeld zu ihrer Entfaltung.

Ja, die Einführung in das Feld der Verantwortlichkeit (4) wird in allen Fächern einen bedeutenden Platz einnehmen. Auch hier ist die Kompetenz dafür bereits latent vorhanden.

Wir können nicht
nicht nicht lernen.
  
🌻

Siehe dazu die Beiträge:  Lernen 📌 und  Neue Schule 📌

Und…  Lernen macht Freude!

Die Kinder und Jugendlichen sollten um ihrer selbst willen, also grund- und anlaßlos wertgeschätzt werden und nicht nur wegen ihrer Bereitschaft, sich mit vermeintlichem Wissen und unseren intellektuellen Standard-Methoden füttern zu lassen.

Physische Strafen

Wenn physische Strafen oft wiederholt werden, bilden sie einen Starrkopf, und strafen Eltern ihre Kinder des Eigensinnes wegen, so machen sie sie nur noch immer eigensinniger.

– Immanuel Kant

Ich bin dafür, daß man diesen
Blödsinn einfach bleiben läßt.

Sie sind in jedem einzelnen Fall demütigend und Gewalt an Schwächeren, die noch unseren Schutz benötigen und nicht… einen Mißbrauch von Macht.

Daß sich derart mißhandelte Kinder „starrköpfig“ verhalten, braucht nicht zu verwundern: Wie anders können sie sich schützen und ihre Würde bewahren?

Wenn sich die Eltern hilflos fühlen, sollen sie pädagogisch-psychologische Hilfe suchen oder sich unter einer Eisenbahnbrücke ausschreien, die Psyche der Kinder aber sollen sie so wenig verkorksen, wie eben möglich.

Ein Problem ist: Wer ein Auto steuern will, muß… 18 Jahre alt sein und zwei Prüfungen ablegen, eine theoretische und eine praktische.

Wer deutscher Bundeskanzler werden will, braucht bloß… 18 Jahre alt zu sein und die deutsche Staatsbürgerschaft zu besitzen, das langt schon. Ein Mandat im Bundestag ist dafür nicht erforderlich.

Wer Kindern zur Geburt verhilft, muß
nur… die Geschlechtsreife mitbringen.

Ein Reifezeugnis bezüglich des Geistigen wird hier (wie auch am Kabinettstisch) nicht erwartet. Sachliche, pädagogische, psychologische und empathische Befähigung… ebenfalls nicht.

Das heißt: Jeder Idiot darf sich an parteipolitischen Machtspielchen berauschen und/oder Jahrzehnte lang Kinder betreuen – ob er die nötige Reife dafür mitbringt, oder nicht.

Beide Parteien sollten doch wenigstens einmal danach befragt werden, WARUM jemand unbedingt in ein Parlament will und aus welchem Grund jemand dringend ein Kind in seine Welt setzen will.

Ehrliche Antworten würden uns wohl schockieren.

Zu einem viel zu hohen Prozentsatz sind es niedrigste (!) Beweggründe – fernab der Erwachsenen-Reife (4), welche doch erst den Sinn von und für Verantwortung erkennen läßt.

Macht & Liebe

Wenn die Macht der Liebe die Liebe zur Macht
überwindet, erst dann wird es Frieden geben.

– Jimi Hendrix

Wer die Macht sucht, und eine Gelegenheit findet, sie auszuüben, wird sie, sofern er sich nicht eines außergewöhnlich hohen Grades an Geistiger Reife erfreut, mißbrauchen.

Wer sich der Macht der Liebe anvertraut, ist dagegen komplett immun gegen die Versuchung, Mißbrauch zu betreiben.

An Macht an sich ist nichts verkehrt –
nur reißen sich nicht die Edlen um sie.

Verständnis

Verständnis kommt
uns durch die Liebe.

Richard Wagner

Allein durch Offenheit gewinnen wir einiges an Verständnis. Und… es funktionieren beide Wege:

Durch Liebe finden
wir zum Verständnis.

Durch Verständnis
finden wir zur Liebe.

Bei der Feindbildung verfahren wir anders: Hierbei verschließen wir uns und lassen sowohl Liebe als auch Verständnis außen vor. Im Gegenteil: Während der Feind-bildung dämonisieren wir den anderen und vergrößern damit sogar noch den vermeintlichen Abstand. Damit begeben wir uns auf die Stufe (2) unserer Geistigen Reife.

Mit der Erfahrung, die Richard gemacht hat (siehe Zitat), nehmen wir die Stufen (6) und (7).

Nirmalo

PS: Wie du feststellen kannst, wie weit dein Verständnis bereits abgenommen und statt dessen die Feindbildung zugenommen hat? Einfach nachsehen, ob du genau so viele positive Eigenschaften zu einer Person oder Gruppe finden kannst, wie du negative bereits gefunden hast.

Beim Abwasch

Man kann ohne Liebe Holz hacken,
Ziegel formen, Eisen schmieden.
Aber man kann nicht ohne Liebe
mit Menschen umgehen.

Lew Nikolajewitsch Tolstoi

Man kann ohne Liebe Holz hacken, Ziegel formen und Eisen schmieden. Und sehr wohl kann man genau so – also ebenfalls ohne Liebe – mit Menschen umgehen. Das ist durchaus üblich.

Man kann aber auch
in Liebe Holz hacken,
in Liebe Ziegel formen
in Liebe Eisen schmieden.

Wer das kann, wird auch in Liebe mit den Menschen sein können.

Schon beim Abwasch können wir
uns einstimmen, in Liebe zu sein.

Warum Holz hacken, Ziegel formen und Eisen schmieden von der Liebe ausnehmen? Warum irgend etwas… von der Liebe ausnehmen wollen?

Alles, was wir in Achtsamkeit betrachten oder berühren, wandelt sich… in Liebe.

Nirmalo

Hier auf der Erde halten wir es nur nie sehr lange aus… in der Schwingung der Liebe. (Andernfalls wäre Feindbildung nicht möglich.)

Verstand – oder Liebe ?

„Ein Tropfen Liebe ist mehr, als ein Ozean Verstand.“

– Blaise Pascal

Die Kapazität von Liebe wurde von uns noch nicht erkannt und die Wissenschaft der Liebe wurde durch uns noch nicht anerkannt.

Wir sind ihrer noch nicht reif, deshalb ziehen wir die Liebe in die Niederungen der Bedürftigkeit, der Empfindungen und des Gegenständlichen zu uns herunter.

Wir sind noch nicht bereit…
für den Aufstieg in die Liebe.

Bis dahin halten wir an der Idee fest, unser Verstand sei das Größte.

Geld oder Liebe

Gunter Sachs erzählte mal von einem Freund, einem Maler, den er zu sich zu einer großen Party eingeladen hatte. Er hatte ihm angeboten, so viele Bilder wie möglich aufhängen zu dürfen und ihm ein einige Hoffnung gemacht, daß er an diesem Abend sicherlich sehr viele davon verkaufen könnte. Zum Zeichen, welche Bilder bereits verkauft wurden, klebte Gunter einen kleinen roten Punkt auf eine Ecke des jeweiligen Bildes. Und damit der Freund sich freuen konnte, klebte Gunter schon mal selber ein paar Punkte auf. Im Laufe des Abends stellte er aber fest, daß das mit dem Verkauf wohl doch nicht so richtig funktionieren würde und machte selber damit weiter, hin und wieder einen Punkt aufzukleben. Am Ende der Party teilte Gunter seinem Freund Roy freudig mit, daß alle Bilder verkauft seien, verschwieg aber, daß er selber sie alle gekauft hatte, um seinem Freund zu helfen.

Eine unschuldige Geste der Liebe.

Ein uns allen bekannter Schauspieler, der damals ebenfalls eingeladen war, sagte dazu: „Hätte ich doch bloß auch ein Bild gekauft!“ Der sagte das allerdings aus einem ganz anderen Grund: Schon wenige Jahre nach der Party waren diese Bilder ein Vermögen wert.

Der eine fokussiert auf Liebe, der andere… auf Geld.

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Roy Lichtenstein, Composition, 1969