Erfolg

Erfolg im Leben ist etwas Sein, etwas Schein und sehr viel Schwein.

– Philip Rosenthal

Einerseits betonen wir ständig: „Wir wollen glücklich sein“, starren aber andererseits immer nur auf die eine Seite der Medaille, nämlich auf die, die wir ERFOLG nennen. Das gilt für den Arbeits- und Wirtschaftsbereich genau so, wie für den privaten, den Beziehungsbereich.

Einwand: „Erfolgreiche Menschen…“

Meinst du den den kurzfristigen Erfolg (Beispiel Lottogewinn) oder den langfristigen (Beispiel Goldmedaille)?

Außerdem muß der Bezug geklärt werden. Erfolg in Bezug auf…

  • Erinnerungsvermögen?
  • Bekanntheitsgrad?
  • Muskelaufbau?
  • Weisheit?
  • Applaus?
  • Umsatz?
  • Wissen?
  • Gehalt?
  • usw…

Der langfristige Erfolg zeigt sich auf der halben Strecke, nämlich im Zenit:

  1. Beginn  (Ambition)
  2. Zenit  („Erfolg“)
  3. Ende  („Scheitern“)

Auf der Höhe des Erfolges ist aber nicht so viel Platz, daß man sich breitbeinig präsentieren könnte, denn von nun an geht es natürlich wieder bergab. Nenn noch niemals ist auf Erden irgend etwas im Zenit stehen geblieben. Ganz egal, wie hoch wir einen Ball auch schlagen…, er kommt wieder runter.

In unserer Gesellschaft kennen wir nur den Erfolg. Wir leugnen, was das Zeug hält, die unweigerlich dazugehörende andere Seite, nämlich das SCHEITERN.

Die Zwillings-Seite des Erfolges ist das Scheitern.

Wir können nur zufrieden sein, im Frieden, in Balance, wenn wir das Scheitern genau so achten wie den Erfolg, wenn wir den Abstieg genau so annehmen wie den Aufstieg.

Sollte es denn (unweigerlich !) „doch“ mal passieren, das Scheitern, wird es als nicht vorhersehbare und nicht abwendbare Situation, nämlich als „Katastrophe“ gedeutet: „Etwas, das es eigentlich gar nicht geben darf und kann“.

Manche Leute sind mit dem Erfolg dermaßen identifiziert, daß sie lieber in den Tod gehen, als den Verlust von Ansehen erleben und aushalten zu müssen. Drei Beispiele:

  • Der Pharma-Milliardär Adolf Merckle (01/2009)
  • Der Kommunikationschef der italienischen Banca Monte dei Paschi di Siena (03/2013)
  • Der Finanzvorstand der Zurich-Versicherungsgruppe Pierre Wauthier (08/2013)

Sie wußten wohl nicht, daß sie vom eigenen Ego-Verstand ein bißchen genarrt wurden.

Erfolg = Ansehen + Wohlstand
Bekannt ist nur die Kultur des Erfolges. 

Der Aufstieg wird positiv begleitet und mit guter Reputation goutiert. Das Ego bekommt jede Menge Nahrung und die Ausschüttung von nicht nur finanziellen Gewinnen, sondern auch von Glückshormonen geben uns die Bestätigung, „alles richtig zu machen“. Dagegen:

Scheitern = Missachtung + Existenzverlust
Wir kennen noch keine Kultur des Scheiterns.

In einer reiferen Gesellschaft als der unseren, wird man Veränderungen als das ansehen, was sie sind: selbstverständlich. Man wird keinen „Bund für´s Leben“ mehr „schließen“ (!), weil man die Realität der Dynamik auch in zwischenmenschlichen Beziehungen der Illusion von Statik vorziehen wird.

In Wirklichkeit sind sowohl der Erfolg als auch das Scheitern reine Phantasie-Gebilde; sie sind Einbildungen ohne jede Realität.

Es gibt weder den Erfolg, noch gibt es ein Scheitern:
In Wirklichkeit gibt es nur die stetige Veränderung;
den Anfang und das Ende, dazwischen: Wandlungen.

In diesem Sinne gibt es selbstverständlich auch keine „gescheiterte“ Ehe. Die Beziehungen haben einen Anfang – und alles, was einen Anfang hat, findet natürlicherweise irgendwann auch sein Ende.

Hier äußern sich Platon und Heraklit zu…  Erfolg  📌

Randnotitz:  Erfolg haben wollen… korreliert mit den Stufen (1) und (2) der Geistigen Reife des Menschen.

.

Scheitern

Führung von innen und außen, beides kann scheitern.

– Sugata W. Schneider

Scheitern ist erstens nur im Bezug und zweitens nur in Bezug auf ein Ziel möglich.

In Wirklichkeit gibt es also kein Scheitern, aber: 
MÖGLICH ist die Idee, daß scheitern möglich sei. an sich+.jpg

Anerkennung

Der Ruhm muß uns folgen, nicht wir dürfen ihn suchen. Wenn er zufällig nicht folgt, so ist die Handlung, weil sie nicht berühmt geworden, darum nicht weniger schön.

– Plinius der Ältere

Ruhm und Anerkennung zu suchen oder dem Erfolg nachzujagen, offenbart eine (noch) sehr kindliche (2) Reife. Von einer der Weisheit (6) weit entfernt: Der Fokus noch auf dem Ego.

Sollten Ruhm und Anerkennung aber überraschend folgen, galt unsere Ausrichtung etwas anderem, etwas, das mit dem Ego nichts zu tun hat.

Weisheit… schert sich weder um
den Ruhm, noch um Verachtung.

Ja, Plinius, keine Handlung ist deshalb weniger schön, weil ihr keine öffentliche Aufmerksamkeit folgt.

Wenn die Intention stimmt, ist es egal..,
ob Beachtung und Anerkennung folgen.

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