Weisheit

Niemand kann euch etwas eröffnen, das nicht schon im Dämmern eures Wissens schlummert. Der Lehrer, der zwischen seinen Jüngern im Schatten des Tempels umhergeht, gibt nicht von seiner Weisheit, sondern eher von seinem Vertrauen und seiner Liebe. Wenn er wirklich weise ist, fordert er euch nicht auf, ins Haus seiner Weisheit einzutreten, sondern führt euch an die Schwelle eures eigenen Geistes.

– Khalil Gibran

Gibran: „Niemand kann euch etwas eröffnen, das nicht schon im Dämmern eures Wissens schlummert.“

Niemand kann jemand anderem etwas zeigen, was nicht in Wirklichkeit, wenn auch verschüttet, schon vorhanden ist.

Es kann nur auf etwas verwiesen…  und es kann nur etwas erinnert werden.

Mit „Wissen“ ist hier natürlich kein Informations-Wissen gemeint! Solches kann selbstverständlich weitergegeben werden. Aber ab der Ebene der Weisheit, „an der Schwelle des Geistes“ kann nichts mehr gegeben werden.

Man kann auf etwas verweisen –
doch hinsehen muß jeder selbst!

Gibran: „Der Lehrer … gibt nicht von seiner Weisheit“

Denn er hat keine „eigene“ Weisheit. Sie ist flüchtig, man kann sie nicht „behalten“. Meine oder deine Weisheit gibt es genauso wenig, wie es mein oder dein Firmament gibt.

Weder dem Firmament, noch der Weisheit
ist mit dem EigentumsRecht beizukommen.

Gibran: „Wenn er (der Lehrer) wirklich weise ist, fordert er euch nicht auf, ins Haus seiner Weisheit einzutreten“

Forderte er es, würde er nicht „weise“ genannt. Doch selbst wenn er es forderte: Es wäre gar nicht möglich. Es geht nicht.

Es ist ein Paradox: Obwohl es keine individuelle („meine“) Weisheit gibt, kann sie doch nur jeder in sich selber finden – und nirgends sonst.

Wissen ist objektivierbar – Weisheit nicht.

Wissenschaft & Wahrheit

Heilig ist zwar Laktanz, der die Kugelgestalt der Erde leugnete; heilig Augustinus, der die Kugelgestalt zugab, aber die Antipoden leugnete; heilig das Offizium unserer Tage, das die Kleinheit der Erde zugibt, aber ihre Bewegung leugnet. Aber heiliger ist mir die Wahrheit.

– Johannes Kepler

Aber heiliger ist mir die Wahrheit.“
Ein schöner Satz des Johannes Kepler.

Ja, die Wahrheit sollte uns heilig sein. Das Problem mit dem Begriff Wahrheit ist, daß wir so gut wie keine Differenzierungen kennen und gebrauchen.

Grundsätzlich müssen wir zwischen der objektivierbaren und der nicht objektivierbaren Wahrheit unterscheiden.

Die Unterscheidung zwischen Wirklichkeit
und Wahrheit… kann ein erster Schritt sein.

Die Heiligen der Christenheit und anderer Religionen mögen zu ihrer Zeit außergewöhnliche Menschen gewesen sein, deren Äußerungen oder Handeln noch immer Inspiration sein mag. Aber auf der menschlichen Ebene waren sie ebenfalls einfach nur Menschen – in ihren Begrenzungen – wie Jedermann.

• Jeder kann nur das sehen, was er sehen kann.
• Jeder kann nur das wahrnehmen, was er wahrnehmen kann.

Der Glaube (an was auch immer) = ist ein kognitiv konstruiertes Gebilde, das uns hilft, uns (auch in einer (Glaubens-)Gemeinschaft) sicher zu fühlen, gut aufgehoben, geborgen.

Sein  Weltbild  ist dem Kollektiv von
größerer Bedeutung als die Wahrheit.

Es bedarf eines hohen Grades an Reife, sich aus den Konstrukten wieder lösen, sich auf die eigenen Beine stellen und sich also der Wahrheit öffnen zu können. Das kann dann sehr schnell gehen. Das schaffen aber nur sehr wenige, mutige Einzelne.

Das Weltbild des Kollektivs ändert sich dagegen nur sehr langsam, in Jahrzehnten, in Jahrhunderten. Beispiel: Die Konsequenzen aus den Ermittlungen der Wissenschaft der Quantenphysik sind – obwohl längst nicht mehr neu – dem Kollektiv aber gänzlich unbekannt.

Erkenntnisse kommen uns blitzartig und individuell. Glaubens-Konstrukte sind dagegen zäh, ihre Schwingung ist eine langsame. Ob die Erde eine Kugel oder eine Scheibe ist, ist dem Bauer, der regional verkauft, einerlei. Ihn interessiert viel mehr die aktuelle Wetterlage. Die Form der Erde wird für ihn erst dann relevant, wenn er die Früchte seiner Mühen in Australien verkaufen will. 

Es gibt unendlich viele…  Wirklichkeiten.
Mit nur wenigen davon sind wir vertraut.

Wahrheit 📌
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Objektivierbarkeit

Wahrheit und Weisheit…
sind nicht objektivierbar.

Konchi Sosan, der dritte Patriarch des Zen in China (510 – 606) sagte das damals so:

Selbst wenn unsere Worte genau
und unsere Gedanken richtig sind –
entsprechen sie doch nicht der Wahrheit.

– Konchi Sosan

Die niederen Unterformen hingegen, die wir oft dummerweise komplett undifferenziert ebenfalls „Wahrheit“ nennen, sind objektivierbar, also…

Objektivierbar sind:

  • Beweis
  • Ergebnis
  • Richtigkeit
  • Schlüssigkeit
  • Wahrhaftigkeit

Wahrhaftigkeit (Ehrlichkeit) braucht den Entschluß, mehr nicht. 

Wahrheit ist nicht objektivierbar! Wir können sie nicht (mit-) teilen. Jesus blieb still, als er nach ihr gefragt wurde. Sie ist keine intellektuelle Angelegenheit. Sie erschließt sich jedem, der offen, bzw. reif für sie ist: Dem Akademiker genauso, wie dem Analphabeten. Alleinige Voraussetzung ist die rückhaltlose Offenheit.

Gerd: „Kleine Ergänzung zu rückhaltloser Offenheit. Diese setzt rückhaltlose Ehrlichkeit voraus.“

Selbstverständlich. Wie könnte eine rückhaltlose Offenheit für die Wahrheit ohne radikale Ehrlichkeit möglich sein?

Gerd: „Diese beginnt bei Selbstliebe.“

Ehrlichkeit (oder Wahrhaftigkeit) braucht nur den Entschluß. Das war´s. Weiter wird nichts gebraucht. Keine Vor-Noten.

Gerd: „Schliesse Frieden mit dir selbst dann schliesse Frieden mit allen anderen.“

Weder für die Wahrheit, noch für die Wahrhaftigkeit bedarf es irgend einer „Arbeit“. Vorbedingungen gibt es hier keine. Außer:

A – Die Wahrheit verlangt radikale Offenheit. Das ist ein rein rezeptiver, entspannter Zustand.
B – Die Wahrhaftigkeit benötigt den Entschluß für sie. Das ist in gewisser Weise eine „Aktivität“.

Daß sich über die Offenheit für Wahrheit und über den Entschluß zu rücksichtsloser Ehrlichkeit… der Frieden mit sich selbst einstellt, halte ich für wahrscheinlich bis unausweichlich. Und daß wir über die Selbstliebe auch zu Wahrhaftigkeit und Wahrheit finden, halte ich ebenfalls für möglich.

Wahrheit… erschließt sich.
Wahrhaftigkeit… müssen wir beabsichtigen.

Daß aber jemand sagt: „Wahrhaftigkeit geht federleicht, wir müssen sie nicht beabsichtigen. Wahrhaftigkeit ist unsere Natur. Die Unehrlichkeit ist – als unnatürlicher Sonderfall – das Anstrengende.“ Ganz auszuschließen ist diese Möglichkeit auch nicht. 😉

Mit der Weisheit verhält es sich ähnlich wie mit der Wahrheit: Sie ist uns allen möglich; vorausgesetzt, wir befinden uns auf ihrer Schwingungsebene, haben uns ihr also geöffnet.

Andernfalls kann Weisheit (als solche) nicht einmal erkannt werden.

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Milgram-Experiment

Ein Mangel an Phantasie bedeutet den Tod der Wissenschaft.

– Johannes Kepler

Was bildet die Basis der Wissenschaft?

  • An ihrem Anfang steht die Neugierde (2).
  • Erst dann kommt das Vorstellungsvermögen, die Phantasie ins Spiel.
  • Dazu bedarf es des passenden Typus von Verstand.
  • Ohne die Bereitschaft zur Wahrhaftigkeit funktioniert sie auch nicht.
  • Der Ehrgeiz spielt den Motor, er bringt die nötige Energie.
  • Eine Bereitstellung der jeweils erforderlichen Arbeitsmittel bildet einen weiteren Teil ihres Fundamentes.
  • Und ohne Durchhaltevermögen, das durch Neugierde und/oder Ehrgeiz gespeist wird, geht es ebenfalls nicht lange.
  • Schlußendlich bedeutet ein Mangel an Verantwortungsbereitschaft (4) in der Wissenschaft: Leiden und Tod.

Im Spiegel der Geistigen Reife gesehen, bewegt sich die Wissenschaft auf der Kleinkind-Ebene (2). Erst mit der Übernahme von Verantwortung upgradet sie in den Erwachsenen-Modus (4).

Das Prinzip des Experiments des Stanley Milgram kann uns auch Hinweise auf die Gefahren durch Wissenschaft geben. In dem Sinne gemeint, daß das Experiment (als Matrize ihres Prinzips verstanden) an realen Wissenschaftlern und deren engeren Zuarbeitern zwecks Aufschluß… Anwendung findet.

Eine wissenschaftliche Untersuchung des heutigen Standes der Erkenntnis der Bedeutung von Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung in der Wissenschaft, könnte ein erschreckendes Ergebnis liefern.

Die Methode birgt ein noch unerkanntes Potenzial im Bereich der Psychologie, besonders im Forschungs-Feld des unbewußten Teils menschlichen Verhaltens.

Dazu muß die Milgram-Methode selbstverständlich modifiziert, differenzierter aufgebaut und mit intelligent formulierten Fragen gefüttert werden.

Die Wissenschaft benötigt dringend den Reifegrad, dem die Verantwortung nicht fremd ist.

Mein höchster Wunsch ist, den Gott, den ich im Äußerem überall finde, auch innerlich, innerhalb meiner gleichermaßen gewahr zu werden.

– Johannes Kepler

Gerechtigkeit

Ambrosius von Mailand, Gerechtigkeit, Balance, Gemeinwohl, Weisheit, Nirmalo,

Hier ist Gerechtigkeit definiert als: Das Rechte tun. Das Richtige.

Mit diesem Satz wendet sich Ambrosius von Mailand nicht an Jedermann, sondern an die Wenigen, die ihn verstehen. Er spricht zu jenen, die bereits eine höhere Reife geistiger Art mitbringen; zu denen, die das eigene Ego erkennen können, sich aber nicht von ihm kontrollieren lassen.

Ambrosius spricht zu Menschen, die in der Lage sind, die Interessen des (oder der) jeweils Anderen zu achten und das Wohl des Ganzen in seinem Wert höher zu schätzen als den eigenen Vorteil.

Obschon in der Geste des Lehrers,
wendet sich Weisheit an Weisheit.

Verstehen

Die Natur ist so gemacht, daß sie verstanden werden kann. Oder vielleicht sollte ich richtiger umgekehrt sagen, unser Denken ist so gemacht, daß es die Natur verstehen kann.

– Werner Heisenberg

Weder – noch. Unser Denken hat nicht die Größe, die wir ihm zumessen.

Wenn wir im Verstand gefangen sind, können wir seine Grenzen nicht erkennen. Und er ist so beschaffen, daß er sich unendlich beschäftigt halten kann – mit was auch immer!

Doch die Natur ist nicht „so gemacht“, daß wir sie verstehen können. Und unser Denken ist auch nicht so gemacht, daß wir verstehen können: Wir kratzen bloß ein bißchen an der Oberfläche.

Oft bringt das Wenige, das wir zu verstehen glauben, uns und unsere Umgebung bereits in Schwierigkeiten, weil wir mit der Einordnung dessen in die komplexe Natur schon heillos überfordert sind. Unser kleiner Verstand kann nur kleinste Ausschnitte des Komlexen und die auch nur auf seine eingeschränkte Weise verstehen.

Aber wir haben die Einbildungskraft, wir könnten gar das Ganze verstehen, weil die eine oder andere unserer Ableitungen funktioniert. Manch einer glaubt sogar, die ganze Welt auf eine seiner Formeln bringen zu können. 

Könnten wir die Natur verstehen, gäbe es hier keine Kernspaltung. Wir würden weder unsere Äcker, noch das Wasser vergiften. Und die Kernschmelze würden wir der Sonne überlassen; sie kann das… problemlos.

Die Bombe funktioniert, aber
wir haben nichts verstanden.

Würden wir nur ein wenig verstehen, wir würden die aggressive Haltung der Natur gegenüber augenblicklich fallen lassen.

Es gefällt dem Verstand nicht – weil er sich nach der Occupation durch das Ego für den Größten hält – aber wir müssen die Weisheit einbeziehen, soll uns der Verstand vorwiegend von Nutzen und weniger zum Schaden sein.

Ja, er hat seine Fähigkeiten, aber nicht
die, seine Grenzen erkennen zu können.

Philosophie & Politik

Der Philosoph, der in der Öffentlichkeit eingreifen will, ist kein Philosoph mehr, sondern Politiker; er will nicht mehr nur Wahrheit, sondern Macht.

— Hannah Arendt

Das kommt auch so gut wie gar nicht vor, Hannah, daß sich ein die Weisheit Liebender für politische Ränkespiele interessiert, denn zwischen diesen beiden Ebenen klafft ein enormer Höhenunterschied.

Es gibt keine Nähe zwischen diesen beiden Typen: Wer sich zu dem Einen hingezogen fühlt, interessiert sich nicht für das Andere.

Doch für den Fall, daß wir uns dafür entscheiden, auf unserem Planeten in Würde leben zu wollen, müssen wir die Philosophie, also Weisheit & Wahrheit auch in die Politik, in die Parlamente einladen. Dazu gibt es keine Alternative. Wie wir das hinbekommen, das ist ganz uns überlassen.

Zweitens: So wie ich den Begriff Macht im Kontext deines Satzes lese, setzt du sie hier kurzerhand mit Machtmißbrauch gleich.

Doch das ist nicht zwangsläufig der Fall: Es hängt vom Grad der Geistigen Reife ab, ob jemand die ihm anvertraute Macht zum Segen gebraucht oder zum Schaden mißbraucht.

Ein reifer Mensch…
kann Macht nicht mißbrauchen.  

Und ein unreifer Mensch kann sie wohl kaum nicht mißbrauchen.

Geistige Reife 📌

Macht & Philosophie

Wenn nicht entweder die Philosophen König werden, oder die, die man heute Könige und Machthaber nennt, echte und gründliche Philosophen werden, und wenn dies nicht in Eines zusammenfällt: die Macht und die Philosophie, so wird es mit dem Elend kein Ende haben.

– Platon

Fünfzig Jahre später (ca.310 v.Chr.) ist Mengzi, ein chinesischer Lehrer, durchs Land gezogen, um – im selben Sinne wie Platon – die damaligen Machthaber dort entsprechend eindringlich zu beraten.

Er hat nicht lange herum philosophiert, sondern sich über vierzig Jahre auf den Weg gemacht, um die Macht habenden Herren aufzusuchen, die es – im Sinne des Wohls der Bevölkerung des jeweiligen Reiches – dringend nötig hatten.

Die Sache geht aber nicht nur den Platon oder den Mengzi etwas an, denn:

Wir Heutigen stehen vor dem selben Problem, daß Macht und
Weisheit keine oder nur äußerst selten eine Liaison eingehen.

Daß Macht mit Dummheit, mit Parteilichkeit und anderen Formen des Egoismus spontan zusammenfindet, ist üblich, das ist der Normalfall.

Nur gelegentlich gibt es den Sonderfall. Den bemerkt aber kaum jemand. Der ist nicht interessant, nicht sensationell: Er macht keine Schlagzeilen.

Wir sollten Platon helfen und versuchen, die Möglichkeiten herauszufinden, wie…

Macht & Weisheit
zusammenfinden.

Eignung  📌

„Man muß nicht nur den besten Staat im Auge haben, sondern auch den möglichen.“

― Aristoteles

Diesen Satz des Aristoteles verstehe ich jetzt mal als Replik auf den des Platon.

Zu Recht, denn es stellt sich die Frage nach dem Verhältnis der Zahl an Menschen mit einem guten Draht zur Weisheit zur Anzahl der Menschen, die in hohen und führenden politischen Ämtern gebraucht werden.

Grundsätzlich hat er Recht, der Platon. Nur sind diejenigen, die es in diese Ämter schaffen, von einem anderen Schlag als diejenigen, welche sich der Weisheit öffnen.

Beide Qualitäten werden wohl eher selten gleichzeitig und in gleicher Gewichtung in einer Person zu finden sein.

Dennoch braucht es auf den Führungs-Ebenen
beides gleichzeitig: Führungsstärke & Weisheit.

Weisheit, die innen nicht vorhanden ist, muß von außen eingebracht werden.

Also müssen die Parlamente die Tore öffnen und die Weisheit freundlich einladen, an den Beratungen zu wichtigen Entscheidungen teilzunehmen, um ihre weisliche Kompetenz dort einfließen zu lassen.

Erste zaghafte Schritte auf dem Weg dorthin kann ich in den Ethik-Kommissionen und -Räten sehen.

Bibliothek

Bibliothek

Einem Haus eine Bibliothek hinzuzufügen heißt, dem Haus eine Seele zu geben.

Marcus Tullius Cicero   

Dann bist du aber ziemlich anspruchslos, Marcus Tullius, wenn dir tote Bücher schon so etwas wie „Seele“ sind. Was sind Bücher?

Bücher sind – vom Bereich der Informationen und der Abteilung Bildung (wie Algebra, Geometrie, Sprachen, usw.) mal abgesehen, Phantasie- und Denk-Konstrukte anderer Leute. Sie fungieren vorzüglich als Gegenmittel gegen angewandte Intelligenz, gegen autonomes Denken, gegen das Aufkommen eigener Weisheit.

Wenn du mal der authentischen Gegenwart entfliehen und lieber in die Phantasie-, Denk- und Sprach-Welt anderer eintauchen willst, sind Bücher selbstverständlich bestens geeignet. Aber 98% Füllstoff haben noch nichts Wertvolles – von so etwas Wesentlichem wie Seele… ganz zu schweigen.

Alles Wesentliche findest du nur in dir selber. Ausschließlich. Ja, auch die Weisheit. Weisheit ist nicht vermittelbar – nicht durch die größte Bibliothek.

Wäre es anders…,
wir könnten vor lauter Weisheit schon gar nicht mehr laufen! 🙂

Intelligenz des Herzens

Wer nicht den tiefen Sinn des Lebens
Im Herzen sucht, der sucht vergebens.
Kein Geist, und sei er noch so reich,
Kommt einem edlen Herzen gleich.

Friedrich von Bodenstedt

Es ist der intellektuelle Verstand, der sich gerne als (all-)wissenden, also als reichen Geist versteht, der aber in Wirklichkeit nichts weiter ist, als bloßer Schein.

Üblicherweise wird die Weisheit im Bereich des Wissens vermutet. Dort ist sie aber nicht zu finden. Denn diese Art Wissen ist nichts als angesammelter Ballast… zudem auch noch second-hand.

Wissen ansammeln ist mit dem „brauchen“, der kindlichen (2) Ebene der Geistigen Reife zuzurechnen, während die „gebende“ Weisheit die Ebene (6) der Reife bildet.

Intellektuelles Wissen
ist von anderen abhängig.

Umgekehrt ist derjenige, welcher „arm im Geiste“, also „arm an Wissen“ und nicht besonders verstandesaktiv ist, sondern mehr in der geistigen Leere, in seiner Mitte verweilt, viel näher dran, an der Weisheit.

Weisheit… ist autonom.

Sie ist keine Sache des Alters, sondern eine des Mutes, der Courage. Manchmal ist sogar ein junger Mensch couragiert genug.

Weisheit googelt nicht.
Sie ist keine Bildungsangelegenheit.

Etwas poetischer formuliert: Wer „reinen Herzens“, wer liebend ist, schöpft ganz nebenbei und absichtslos… aus dem Quell der Weisheit. Doch Liebe, Mitgefühl und Dankbarkeit überflügeln mühelos… noch die Weisheit.

Liebe ist
höchste Weisheit.