Böses tun

Niemals tut der Mensch das Böse so vollkommen und
fröhlich, als wenn er es aus religiöser Überzeugung tut.

– Blaise Pascal

Böses tun = nennen wir solches Tun, das anderen Menschen gravierend schadet oder gar tötet.

  • Tue ich Böses auf eigene Faust, ahne ich zumindest vage, daß ich dafür verantwortlich sein könnte. Ich werde zur Rechenschaft gezogen und bestraft.
  • Tue ich Böses im Auftrag (z.B. von Familie, Gang, Mafia…), kann ich mir einbilden, für mein Handeln nicht wirklich verantwortlich zu sein: „Man hat es doch von mir verlangt!“
  • Tue ich Böses innerhalb der Befehls-Struktur eines Militärs, kann ich die Verantwortung noch leichter abschieben: „Befehlen muß ich gehorchen und mein Tun ist schließlich Teil meines Einsatzes für Familie, Volk und Vaterland!“
  • Tue ich Böses im Namen der Religion, werde ich Böses als solches kaum noch erkennen können. „Außerdem habe ich den Segen des Höchsten – hat man mir gesagt.“

Jeder… ist mein Bruder.

Ob ich das erkennen kann, oder nicht, ob
er mich erschlägt, oder ich ihn erschieße.

Ausnahmslos jeder.

Und ich… ganz allein
bin verantwortlich
für mein Tun. Immer.

Ein Kommentar zu “Böses tun

  1. „Ob er mich erschlägt, oder ich ihn erschieße.“

    Ok, Nirmalo. Das ist schwarz-weiß Malerei.
    Ja, es ist leichter, einen Vater, der anwesend ist, zu lieben,
    als einen, der wütet, nicht da ist, oder auf andere Art und
    Weise sein Vater-sein verkannt hat. Wenn erst einmal
    erkannt ist, wie gut es war, dass er nicht da war, was
    er für Eigenschaften vererbt hat, die sehr nützlich sind,
    ist es – spät, aber umso inniger – möglich, dem Vater
    zu danken und ihn zu lieben. Auf abgehobene Weise,
    ja, aber immerhin. Er ist ja nicht da und man muss
    keine Entscheidungen, Gespräche, Situationen
    absolvieren.

    Jeden als Bruder zu erkennen, oder als Schwester,
    das ist eben sehr leicht, wenn einer zu Hause sitzt und
    keinen dieser Brüder und Schwestern trifft!

    Diese Verantwortung allen gegenüber hat auch ihre Grenzen.
    Grenzen gehören zum Alltag des Menschen. Die ganze Welt
    zu retten, dafür ist einer nur in Ausnahmefällen und für einen
    Moment zuständig, nicht jedoch immerzu.

    Diese Sprüche in Deinen Artikeln wirken sehr überzeugend
    und nobel, doch die Harmonie bedingt eben, dass es eine
    andere Seite der Medaille gibt, und die sieht anders aus,
    obwohl sie die Hinterseite einer gleichen Medaille ist.

    Es ist sehr wohl gestattet, einem Bruder, oder einer Schwester
    ein Stopp-Schild zu erteilen, um sich nicht in Co-Aktion zu
    begeben, und sich, wie vielleicht bei einem Alkoholiker in die
    Co-Abhängigkeit zu begeben. Da liegt auch Verantwortung.

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